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Der Trinkgeld-Knigge für Ihren Urlaub: So zahlen Sie angemessen!

Der Trinkgeld-Knigge für Ihren Urlaub: So zahlen Sie angemessen!
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Trinkgeld ist keine Pflichtveranstaltung, auch wenn es in den meisten Ländern gern gesehen wird. Sie zeigen Ihre Anerkennung für die Mühe von Kellner und Co. Und je nach gutem oder weniger gutem Service geben Sie vielleicht auch ein bisschen mehr. Die goldene Regel spricht von fünf bis zehn Prozent für das Zimmermädchen oder den Kellner. Auch der Barkeeper wird für seinen perfekten Cocktail genauso belohnt wie der zuvorkommende Taxifahrer oder die freundliche Toilettenreinigungskraft. Genießen Sie den Service, der Ihnen geboten wird! Wie viel Trinkgeld in welchem Land üblich ist – und wo Sie besser keines zahlen, haben wir für Sie recherchiert.

So geben Sie Trinkgeld in Skandinavien

Skandinavien

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In den skandinavischen Ländern fällt das Trinkgeld meistens geringer aus. In Norwegen, Dänemark und Finnland reicht es beispielsweise aus, wenn Sie den Betrag im Restaurant einfach aufrunden beziehungsweise fünf bis zehn Prozent geben. Für die Schweden ist ein Trinkgeld von zehn Prozent der richtige Betrag.

Das kleine Extra für Dienstleistungen in Österreich und England

Auch in Österreich oder England werden zehn Prozent der Rechnungssumme erwartet. Nicht zuletzt sollte Ihnen, unabhängig vom Trinkgeld, immer ein freundliches „Dankeschön!“ von den Lippen kommen. Freundlichkeit zahlt sich aus – in welchem Land auch immer. Hinterlassen Sie auf Ihrer Rundreise mit dem Mietwagen also einfach einen guten Eindruck.

So geben Sie Trinkgeld in Frankreich

Eiffelturm

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In Frankreich hinterlassen Sie im Restaurant mindestens 10, besser jedoch 15 Prozent an Trinkgeld für Kellner und Köche. Auch wenn auf der Karte „Service compris“ – also „Bedienungsgeld enthalten“ steht. Runden Sie hier nicht auf, sondern bezahlen Sie erst den genauen Rechnungsbetrag. Das Aufrunden von Rechnungen ist fast nur in Deutschland üblich. Dann legen Sie vor dem Verlassen des Restaurants das „Pourboire“ auf dem Tisch und bedanken sich für die gute Küche und den geleisteten Service.

Was zahle ich an Trinkgeld in Spanien oder Italien?

Getränke

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Das Personal im Süden Europas ist auf tägliches Trinkgeld angewiesen. Seien Sie also nicht kleinlich, belohnen Sie das Personal für seine Mühe. Das trifft beispielsweise auf Italien und Spanien zu. Im Land von „La dolce vita“ gibt es eine Besonderheit, die Sie kennen sollten: Beim Mittag- oder Abendessen wird für jeden Gast ein „Coperto“ berechnet. Das ist durchaus normal und keine Touristenfalle. Berechnet werden beim Coperto das Gedeck und das Brot. Sie können das Brot zwar zum Verzehr ablehnen, berechnet wird es dennoch. Das Coperto beträgt in der Regel ein oder zwei Euro. Ein Obolus von rund zehn Prozent wird wohl eher in touristisch erschlossenen Gebieten erwartet. In der Bar stehen manchmal kleine Sparschweinchen für ein Trinkgeld bereit. In Spanien wiederum wird nicht immer Trinkgeld erwartet. Aber Sie treten auch nicht in ein Fettnäpfchen, wenn Sie den Kellner mit einem Extra belohnen.

Europa- und weltweit unterwegs: Trinkgeld im Hotel oder im Taxi

Bei der Ankunft im Hotel wird das Gepäck vom Personal auf Ihr Zimmer gebracht. Berechnen Sie hier pro Gepäckstück circa einen Euro und, je nach Hotelkategorie wenigstens einen Euro täglich für die Zimmermädchen. Übergeben Sie das Geld persönlich oder am Ende des Aufenthalts in einem Umschlag, der mit „Room Service“ beschrieben ist. Diese Regelung gilt nicht nur in Europa, sondern weltweit.

Auch im Taxi legen Sie zum Preis noch einmal circa zehn Prozent dazu oder runden den Betrag um diese Summe auf. Gleiches gilt für Dienstleistungen wie beim Friseur. Sagen Sie mit Ihren zehn Prozent Dankeschön, und zaubern Sie ein Lächeln in das Gesicht der Angestellten.

Trinkgeld in Thailand oder China

Thailändisches Essen

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Fern von Europa wird außerhalb der Touristenorte in China und Japan ein Trinkgeld als Beleidigung aufgefasst. Insbesondere die Chinesen kennen kein Trinkgeld, ein paar westliche Hotelketten ausgenommen. Der Lohn, den Chinesen für ihre Arbeit erhalten, reicht ihnen. Nicht selten schauen Touristen in fragende Gesichter, wenn sie für eine Dienstleistung ein Trinkgeld überreichen wollen. Verzichten Sie daher in normalen Restaurants darauf, ein Trinkgeld zu geben.

Thailand ist in punkto Trinkgeld nicht immer ganz einfach. Denn es wird weder grundsätzlich, noch überall erwartet. Andererseits könnten Sie schnell auch einmal als Geizhals oder überheblich gelten: In kleinen, normalen Restaurants und Imbissen wird oft kein Trinkgeld erwartet. In gehobener Preisklasse, in Hotels oder Restaurants erwarten die Angestellten ein Trinkgeld, das auch hier circa zehn Prozent ausmacht. Zahlen Sie auch hier erst Ihren Rechnungsbetrag, und legen Sie dann einen Geldschein auf den Tisch.

Die Amerikaner: Ausnahmen bestätigen immer die Regel

Haben Sie sich zu einer Rundreise mit dem Mietwagen durch die Vereinigten Staaten entschieden, ist die Börse mit Kleingeld schon Ihr obligatorischer Reisebegleiter. Sie werden schnell merken, dass Sie oft Kleingeld brauchen, denn hier in den USA ist Trinkgeld ein Muss! Mit der Zehn-Prozent-Linie machen Sie sich keine Freunde. Erwartet wird in den USA ein Trinkgeld von 20 Prozent oder wenigstens 15 Prozent. Alles darunter wird als Beleidigung aufgefasst, selbst wenn Sie hungrig auf das Essen warten mussten. In Bars finden Sie ein großes Glas mit der Aufschrift „Tip“. Wenn Musiker in der Bar für gute Stimmung sorgen, sollten Sie ein paar Scheine extra hineinstecken – Musiker spielen oft nur für das Trinkgeld!

Mit einem Lächeln liegen Sie nie verkehrt

Machen Sie sich den Urlaub in anderen Ländern so angenehm wie möglich. Im Herzen Europas liegen Sie mit der Zehn-Prozent-Regel für Trinkgeld eigentlich immer richtig. Neben einer gut gefüllten Geldbörse sollte also auch stets ein freundliches Lächeln Ihr Begleiter sein.