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Weihnachten around the world: So wird das Fest der Liebe auf anderen Kontinenten gefeiert

Weihnachten around the world: So wird das Fest der Liebe auf anderen Kontinenten gefeiert
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Weihnachten ist überall so, wie wir es kennen – denken wir. Doch schon benachbarte Länder weichen von unserer Weihnachtstradition ab. Noch extremer wird es, wenn wir auf andere Kontinente schauen.

Die heilige Weihnacht – eher globales Zeitfenster als fester Termin

  • Die Niederländer stellen bereits den 6. Dezember in den Mittelpunkt weihnachtlicher Feier. Geschenke gibt es am Abend des 5. Dezember. Der 24. Dezember hat vor allem religiöse Bedeutung.
  • In Großbritannien ist Bescherung am Morgen des 25. Dezember, so wie in den USA auch. Das gemeinsame Weihnachtsessen spielt in beiden Ländern eine große Rolle.
  • Die meisten italienischen Kinder müssen sich zur Bescherung bis zum 6. Januar gedulden – was der biblischen Geschichte mit den Gaben der Heiligen drei Könige am meisten entspricht. Daran orientiert man sich auch in Spanien.
  • Die Franzosen zeigen sich in der Geschichte flexibel: Früher gab es die Geschenke am 6. Dezember, Tag des Heiligen Nikolaus. Heute ist der 24. oder 25. Dezember als Geschenketag üblich.
  • In Griechenland ziehen die Kinder am 24. Dezember singend durch die Straßen und bekommen auch kleine Belohnungen dafür. Die Weihnachtsgeschenke liegen für die Kinder an einem bisher noch nicht genannten Tag vor den Betten, dem 1. Januar. In Griechenland ist das Osterfest allerdings als wichtiger angesehen als Weihnachten.
  • Mit den vorweihnachtlichen Feierlichkeiten der heiligen Lucia kommt in Schweden ebenfalls ein ungewöhnliches Datum zu Festehren: Es ist der 13. Dezember. 11 Tage später feiert man dann auch das eigentliche Weihnachten.
  • Noch ein neues Weihnachtsdatum beschert uns Russland: Dort ist Weihnachten am 7. Januar. Dies hat mit dem dort gültigen julianischen Kalender zu tun. Er läuft dem gregorianischen Kalender um genau 13 Tage nach, es ist also eigentlich der 25. Dezember.
Weihnachtsgrippe

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Nicht immer kommt ein Weihnachtsmann

Wie die kalendarische Vielfalt überrascht, so verblüfft auch das Spektrum der auftretenden Personen, welche die Geschenke bringen:
Für Geschenke um den 6. Dezember steht als historisches Vorbild der Bischof Nikolaus Pate. In den Niederlanden ist Sinterklaas allerdings ein sonst in Spanien lebender Menschenfreund, der Anfang Dezember mit dem Schiff in die Niederlande kommt. Sein dunkelhäutiger Gehilfe, der „Zwarte Piet“, löste schon Debatten über Rassismus und Fremdenhass aus, als er verboten werden sollte.
Der englische und amerikanische „Father Christmas“ verweisen auf den Heiligen Nikolaus. Der heutige Weihnachtsmann und sein Erscheinungsbild gehen allerdings auf Bilder des Konzerns Coca Cola zurück.
Eine der ganz wenigen weiblichen Geschenkebringerinnen ist die italienische Weihnachtshexe Befana. Mit dem englischen und amerikanischen Kollegen hat sie gemein, dass sie jeweils durch den Schornstein Zugang zu den Wohnungen erlangt. Die als flexibel beschriebenen Franzosen nahmen mit dem Wechsel vom 6. Dezember zum 24. oder 25. Dezember auch einen Personalwechsel vor: Aus Saint Nicolas wurde ein Weihnachtsmann, Père Noël genannt.
In Russland und anderen osteuropäischen Ländern tragen die klimatisch extremen Bedingungen um Weihnachten zu einer ganz eigenen Figur bei: Väterchen Frost kommt mit einem Schlitten voller Geschenke, begleitet von „Schneemädchen“, seiner Enkelin.

Weihnachten bei Andersgläubigen

Der typisch christliche Gedanke zum Weihnachtsfest sind die Geschenke und Süßigkeiten: Das lässt sich gut von den Heiligen Drei Königen ableiten und wird auch von Menschen, die einer anderen oder keiner Religion zugehören, gerne übernommen. Der Tannenbaum ist bereits ein heidnischer Brauch.
Das Fest Chanukka der Juden, dass sich über acht Tage im Dezember erstreckt, soll an den Tempel in Jerusalem und seine Wiedereinweihung gedenken. Geschenke wurden zunächst nicht verteilt. Durch die familiäre oder nachbarschaftliche Nähe zwischen Christen und Juden Mischen sich für nicht traditionelle Juden beide Festbräuche. Traditionelle Juden bespotten dies mit dem Begriff „Weihnukka“.
In manchen muslimischen Familien in den USA und auch in Europa geschieht ähnliches: Christliche Weihnachtsbräuche werden übernommen. Immerhin wird Christi Geburt im Koran genau beschrieben. Geschenke für Kinder und eine Weihnachtsgans zum Essen sorgt auch dafür, dass in gemischten Schulen die muslimischen Kinder die christlichen Mitschüler nicht beneiden müssen.
So christlich sind unsere Weihnachtsbräuche aber eben auch nicht: Der erwähnte Weihnachtsbaum ist heidnischen Ursprungs. So verehrte man schon früh Tannenzweige, Wacholder oder Mistel. Auch das früher bei den Germanen und Kelten verbreitete Verbrennen des Weihnachtsklotzes im Winter, um böse Geister zu vertreiben, erinnert daran. Auf dem Balkan wird in dieser Tradition der „Badnjak“ verbrannt, eine frisch geschlagene junge Eiche. Die genussorientierten Franzosen haben daraus den „bûche de noël“ gemacht. Die ist eine Schokoladenkuchenrolle in Form eines Baumes. Diese wird natürlich nicht verbrannt, sondern gegessen.

Weihnachten in der weiten Welt

Seltsam vertraut sind uns die Weihnachtsbräuche in den USA: Aus vielen Kinofilmen kennen wir schon mal die Sache mit dem Kamin. Durch den muss nämlich Santa Claus, der seinen Schlitten in der Nacht vom 24.12. auf den 25.12. besteigt. Die Bescherung ist dann am 25.12. morgens: Alle stürmen zu den hoffentlich prall gefüllten Strümpfen, die am Kamin für Santa Claus aufgehängt werden. Dafür bekommt dieser als Dank eine Tasse heiße Milch nebst ein paar Zuckerwürfeln für seine tapferen Rentiere bereitgestellt.
In den meisten südamerikanischen Ländern wird Weihnachten grundsätzlich ähnlich gefeiert wie bei uns.
In Down Under will am 24. Dezember mitten im australischen Sommer keine typische Weihnachtsstimmung aufkommen. Der Weihnachtsmann ist so unterwegs, wie Sie es hier nur von Fun-Postkarten kennen: In Badehose, oben ohne und braungebrannt. Er nutzt Wasserski, Motorbike oder auch mal einen Helikopter. Den klassischen Weihnachtstruthahn verzehren viele Aussies als Barbecue am Strand.

Weihnachten am Strand

Weihnachten unter Palmen (Bildquelle: Pixabay/strecosa)

Im hinduistischen Indien ist Weihnachten erstaunlicherweise ein offizieller Feiertag. Auf Hindi heißt er passend „der große Tag.“ Beschenkt werden vor allem die Kinder und das Dienstpersonal. Als indisches Familienoberhaupt freuen Sie sich besonders über eine von den Ihren überreichte Zitrone. Hiermit wird Verehrung ausgedrückt und Glück und Erfolg gewünscht.
In Japan rangiert Weihnachten hinter dem offiziellen Feiertag an Neujahr. Paare gewinnen Weihnachten doch auch etwas ab: Sie können sich kennenlernen, es werden wilde Partys gefeiert. Das ruhige und besinnliche Familienfest fällt auf den Neujahrstag.
Auch wenn in China der 25.12. kein offizieller Feiertag ist – Weihnachten boomt. Natürlich gibt es dafür keine Tradition. Doch durch die Öffnung zur Welt und zunehmendem Wohlstand ist Weihnachten als Brauch auch in China angekommen: So steht bei wohlhabenden Chinesen ein Plastikweihnachtsbaum im Wohnzimmer. Und damit das mit den Geschenken auch klappt, hängen diese Chinesen auch Socken auf.

Weihnachten around the world

Unterschiedliche Länder, unterschiedliche Bräuche: Weihnachten wird selten gleich gefeiert.