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Sie sind auf Ihrer Urlaubsreise mit dem Mietwagen im Ausland in eine Radarfalle geraten? Freuen Sie sich nicht zu früh: Mit der straffreien Flucht in die Heimat ist es mittlerweile vorbei. Ausländische Strafmandate werden EU-weit auch in Deutschland eingetrieben. Bei einem Betrag von 70 Euro muss man als Autofahrer in jedem Fall dafür geradestehen. Teilweise werden aber auch schon wesentlich geringere Bußgelder vollstreckt. Immerhin vor einem ist der Autofahrer in Deutschland geschützt: Für Verstöße im Ausland gibt es keine Punkte in Flensburg –  und auch Fahrverbote sprechen die deutschen Behörden dafür nicht aus.

Mietwagen-Fahren schützt nicht vor Strafmandat

Egal, ob Sie der Fahrzeughalter sind oder nicht – grundsätzlich gilt: Wer den Verstoß begangen hat, muss auch dafür zahlen. Die Autovermieter kooperieren mit den Behörden und geben die Daten des Mieters weiter. In Ausnahmefällen zahlen sie das Bußgeld und holen sich den Betrag beim Kunden zurück. Das kann zum Beispiel bei Strafmandaten aus den Niederlanden der Fall sein. Dort wird auch bei Geschwindigkeitsverstößen oft nur das Kennzeichen erfasst und der Fahrzeughalter zur Zahlung verpflichtet. Bei der Weitergabe der Mieterdaten ist es übrigens relativ unerheblich, ob der Fahrer auf einem Foto überhaupt zu erkennen ist. Datum und Uhrzeit geben den Behörden ausreichend Rückschluss, um das Bußgeld einzutreiben.

Auto auf der Straße

Bildquelle: pixabay/flok85

Schnelles Zahlen spart Geld

Einem Autovermieter entsteht durch die Kooperation mit den Behörden ein erhöhter Aufwand. Und den lassen sie sich vom Kunden bezahlen. Zehn bis 50 Euro kann das laut Mietvertrag kosten. Wer mit einem Mietwagen geblitzt wurde, hat immerhin eine Möglichkeit, diese teuren Zusatzkosten zu vermeiden – nämlich wenn er den Verstoß zahlt, bevor die Behörde den Autovermieter kontaktiert. Bei einem Radar-Blitzer muss man dafür allerdings zur nächsten Polizeidienststelle im Ausland gehen, den Verstoß zugeben und zahlen. Das ist nur dann eine gute Idee, wenn der Verstoß kein sofortiges Fahrverbot nach sich zieht.

Radarwarner sind teure Helfer

Wer deutsches Autobahntempo gewohnt ist, tut sich manchmal schwer damit, im Ausland auf einer freien Autobahn seinen Gasfuß im Zaum zu halten. Manch einer hält den elektronischen Radarwarner für eine geeignete Lösung. Wer ausprobieren will, wie gut das funktioniert, sollte das in Rumänien tun: Rumänien ist das einzige Land Europas, in dem Radarwarner noch nicht verboten sind. In allen anderen Ländern bekommen Polizisten schlechte Laune, wenn sie so ein Gerät sehen. Die Beschlagnahme und ein ordentliches Bußgeld drohen überall.

Manche Länder werden ein bisschen deutlicher: Belgien schickt Benutzer bis zu drei Monate in Haft – und im Wiederholungsfall doppelt so lange. Luxemburg kassiert bis zu 5.000 Euro Geldstrafe, Tschechien gar über 7.000. Und wenn ein französischer Polizist ein fest installiertes Radarwarngerät entdeckt, legt er gleich das ganze Auto an die Kette.

Blitzer

Bildquelle: flickr/Tim Reckmann

1 Million Euro Bußgeld! In der Schweiz brauchen Raser ein dickes Konto

Was Bußgelder und Strafen für zu schnelles Fahren betrifft, ist Deutschland ein echtes Schlaraffenland – trotz neuen Punkte- und verschärftem Bußgeldkatalog. Komplett spaßbefreit in Sachen Raserei sind hingegen die Schweizer. Die haben vor einigen Jahren die Aktion „Sichere Straßen“ ausgerufen und setzen das gründlich um. Ab einem Tempoverstoß von nur einem Stundenkilometer droht bereits ein Bußgeld von 40 Franken (etwa 40 Euro). Bei innerorts 11 bis 15 km/h zu schnell werden bereits 250 Franken fällig. Für noch höheres Tempo gibt es keinen Armuts-Rabatt, aber einen Krösus-Zuschlag: Die Bußgelder sind nach Einkommen gestaffelt. Spitzenverdiener zahlen auch mehr für Spitzengeschwindigkeit. Und Tempo 200 oder schneller auf der Autobahn ist in der Schweiz – das Limit liegt bei 120 km/h – nicht automobile Freiheit, sondern führt zum genauen Gegenteil. Für die Straftat „Rasen“ droht ein Jahr Mindestfreiheitsstrafe. Das Auto wird als Tatwaffe beschlagnahmt. Einen Schweizer Millionär verurteilte ein Gericht in St. Gallen zu einer Geldstrafe von 299.000 Franken. Er war mit seinem Ferrari mit 130 durch ein Dorf gerast. Von einem schwedischen Millionär forderte die Justiz gar 1 Million Franken. Er wurde mit seinem 570 PS starken Mercedes-Boliden mit 290 km/h auf der Autobahn geblitzt.

Geldbörse

Bildquelle: pixabay/blickpixel

Teure Abschnitts-Kontrollen in Österreich

Auch die Österreicher haben für Raser wenig Verständnis. Wer die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit um 50 km/h oder mehr überschreitet, muss mit einer Geldstrafe von bis zu 2180 Euro rechnen. Um die Sicherheit auf ihren Autobahnen zu erhöhen, haben die Österreicher Abschnittskontrollen eingeführt. Auf diesen „Section Control Messstrecken“ wird jedes Fahrzeug bei der Einfahrt und bei der Ausfahrt aus dem Abschnitt erfasst. Aus der Zeit, die das Fahrzeug benötigt hat, ermittelt die Polizei die Durchschnittsgeschwindigkeit. Liegt sie über dem ausgewiesenen Tempolimit, ist der Geschwindigkeits-Verstoß bewiesen. Das soll nicht der Abzocke dienen. Die Österreicher sind so fair, diese Abschnittskontrollen anzukündigen. Wer mit einem Mietwagen unterwegs ist und bei einem Verstoß schnell handelt, kann sich außer den teuren Gebühren des Autovermieters noch viel Ärger sparen. Bei fristgerechter Zahlung gilt in Österreich die sogenannte „Anonymverfügung“. Die Daten des Autofahrers werden in keiner Datenbank erfasst.

In Frankreich ist wenigstens die App zum Zahlen kostenlos

Dem Polizisten mit Taschenrechner kann man auch auf französischen Autobahnen begegnen. Dort greift die Polizei manchmal Autofahrer direkt hinter den Zahlstellen eines Mautabschnitts ab. Auf der Mautquittung ist die Zeit vermerkt, wann man in den Mautabschnitt eingefahren ist, und wann man ihn verlassen hat. Auch hier hat mancher Autofahrer schon eine unliebsame Überraschung erlebt. Wenigstens haben die Franzosen das digitale Zeitalter eingeläutet, was die Bezahlung von Geldbußen betrifft. Mit der Gratis-App „amendes.gouv“ kann man seine Knöllchen per Smartphone zahlen.

Smartphone

Bildquelle: pixabay/JESHOOTS

Ein Italiener vergisst nichts

Ein später, aber teurer Urlaubsgruß kann Autofahrer auch aus Italien ereilen. Seit März 2016 werden auch Strafmandate von dort in Deutschland vollstreckt. Leider sind die Italiener nicht besonders vergesslich. Die Verjährungsfrist für Verkehrsverstöße aller Art beträgt dort fünf Jahre. Und alle diese vergessen geglaubten kleinen Sünden landen jetzt nach und nach auch in der Behördenpost.

Achtung Radar! Keine Fluchtmöglichkeit mehr für Raser
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