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Es gibt Städte und Länder auf dieser Welt, da gehört bereits das Überqueren der Straße zu den häufigsten Todesursachen. 1,25 Millionen Verkehrstote stellte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Jahr 2011 fest und zeigte, dass Armut gefährlich ist: 92 Prozent der Opfer zählten Länder mit niedrigem und mittlerem Wohlstandsniveau.

Den dramatischsten Wert von 68 Verkehrstoten pro 100.000 Einwohner weist die WHO für Niue aus. Nie gehört? Kein Wunder. Das ist eine abgelegene Koralleninsel mit nicht einmal 2000 Bewohnern. Wenn da einer vors Auto läuft, verzerrt das hochgerechnet auf 100.000 Einwohner doch ziemlich die Statistik. Die traurigen Spitzenplätze belegen daher in Wirklichkeit zwei beliebte Urlaubsländer der Deutschen: die Dominikanische Republik und das mit traumhaft schönen Stränden lockende Thailand, mit Quoten von 41,7 und 38,1 Prozent. Wer hier mit einem Urlaubsmietwagen unterwegs ist, sollte besonders achtsam sein.

Dafür, dass es quasi keine Autos gibt, hat auch Nordkorea mit 10,7 Prozent einen hohen Wert. Aber als Urlaubsland scheidet das für die meisten aus. Die scheinbar besten Autofahrer der Welt leben in San Marino. Der Zwergstaat an der italienischen Adria glänzt mit einer blitzsauberen Quote von 0,0 Prozent. Und auch wenn es schwer zu glauben ist, unser Nachbarn die Holländer können besser Autofahren als wir Deutschen: Hier steht es 3,9 zu 4,7 Prozent.

Auf einigen abenteuerlichen Straßen und in manchen Metropolen ist man aber wirklich in Gottes Hand. Hier kommt die Liste mit den schlimmsten Städten und gefährlichsten Straßen für Autofahrer:

Manila: Es gibt keine Regeln

In der Hauptstadt der Philippinen gilt im Grunde nur eine Verkehrsregel. Die lautet: „Es gibt keine Regeln!“ Sich als unbedarfter Mitteleuropäer dort einen Mietwagen zu nehmen, ist eines der letzten Abenteuer unserer Zeit. Plötzliche Spurwechsel über mehrere Fahrspuren oder jemand, der dem Stau durch Ausweichen auf die Gegenspur zu entkommen versucht – das ist hier ganz normal. Wer kein Einheimischer ist, hat beste Chancen, in einen Verkehrsunfall verwickelt zu werden – an dessen Ende er als Schuldiger dar steht.

Stau in Manila

Bildquelle: Erik De Castro/Reuters

Sichuan-Tibet-Highway in China: Erdrutsche und Felsbrocken

Alles, was man im Kopf mit dem Begriff Highway verbindet, sollte man beim Gedanken an den Sichuan-Tibet-Highway vergessen. Die Pass-Straße verbindet das chinesische Chengdu mit dem Himalaya-Staat Tibet. Erdrutsche und herabstürzende Felsen sind auf dieser Straße an der Tagesordnung. Die Chinesen führen nicht so genau Buch über die Zahl der Menschen, die hier zu Tode kommen. Ein paar tausend fielen der Straße aber in den letzten Jahren zum Opfer.

Sichuan Tibet Highway

Bildquelle: Wikipedia.org

Seoul: Zerreißprobe für die Nerven

Wer sich als Fremder in Seoul einen Mietwagen nimmt, sollte eines dringend wissen: Öffentliche Verkehrsmittel dürfen Ampeln und Verkehrszeichen ignorieren – oder jedenfalls tun sie es. Eine echte Zerreißprobe für die Nerven bieten auch die gefühlten Millionen von Rollerfahrern in Südkoreas Hauptstadt. Die scheinbar todesverachtenden Fahrer nutzen auch noch den letzten freien Millimeter Straßenbelag, um schneller voran zu kommen. Die können einem von allen Seiten vor und neben das Auto schießen.

Stau in Seoul

Bildquelle: Spiegel.de

Los Caracolas Pass in Chile: Scharfe Kurven ohne Leitplanken

Was sich nach einer südamerikanischen Stimmungs-Combo anhört, ist in Wahrheit eine ziemlich spaßbefreite Straße in Chile. Schlangen von Trucks und Doppeldecker-Bussen quälen sich den Pass hoch. Den größten Teil des Jahres ist die Straße schneebedeckt. Neben der Fahrbahn gähnen steile Abhänge. Auch in den schärfsten Kurven kommt die Straße ohne Leitplanken aus. Hier sind höchste Konzentration und fahrerisches Können gefragt.

Los Caracolas Pass in Chile

Bildquelle: dangerousroads.org

Paris: Liebe und Vollkasko

Man muss diese Stadt lieben, ist ja klar: Paris. Aber wer hier mit einem Mietwagen unterwegs ist, sollte das große Versicherungspaket gebucht haben. Allein der wohl abenteuerlichste Kreisverkehr der Welt rund um den Arc de Triomphe erfordert Mut und Geschick: Er zählt 13 Ein- und Ausfahrten. Es soll Leute gegeben haben, die dort sehr lange im Kreis gefahren sind, weil sie sich nicht getraut haben, die Spur in Richtung ihrer Ausfahrt zu wechseln. Aber wieso überhaupt Spur? Es gibt keine markierten Spuren. Und ein Außenspiegel geht im Nahkampf schon mal leicht verloren. Egal, den braucht man eh nicht. Pariser raten: Immer nur nach vorne schauen, das machen alle so! Wer sich nach hinten orientiert, übersieht sonst womöglich die Bremslichter oder den Abbieger vor ihm.

Verkehr in Paris

Bildquelle: Pixabay/Unsplash

Skippers Canyon Road in Neuseeland: Nur mit behördlicher Erlaubnis

Die Skippers Canyon Road im fernen Neuseeland ist eine wirklich beängstigende Straße. Sie scheint wie aus einer blanken Felswand herausgeschnitten. Gerade breit genug, dass man mit dem Auto fahren kann. Man braucht für die Passage eine behördliche Erlaubnis. Wer sie bekommt, sollte sich auf eine rutschige Herausforderung gefasst machen. Und wenn jemand entgegen kommt – viel Glück!

Skipper Canyon Road

Bildquelle: tourismexportcouncil.org.nz

Athen: Ohne Wegweiser zum Ziel

Ja, es ist Weile her mit den Philosophen und der mächtigen Bürgerschaft Athens. Heute gilt zumindest in Sachen Straßenverkehr: Alles – außer zivilisiert. Wer mit dem Mietwagen durch Griechenlands Hauptstadt tourt, sollte wissen, wo der Rückwärtsgang ist. Ständig sind Straßen komplett blockiert, weil Autofahrer in zweiter und dritter Reihe parken. Das größte Problem ist das Versteckspiel mit Wegweisern. Manchmal findet man sie an den abwegigsten Stellen – zum Beispiel ein paar Meter hoch an einer Hauswand.

Stau in Athen

Bildquelle: autobild.de

Karakorum Highway in Pakistan: Spektakuläre Schluchten

Der „Freundschaftshighway“ verbindet Pakistan mit China über den 4693 Meter hohen Kunjerab-Pass und ist damit die höchste befestigte Straße der Welt. Wobei das mit dem „befestigt“ nur für die chinesische Seite gilt. Erdrutsche und Überflutungen machen die Straße oft unpassierbar und gefährlich. Dennoch ist der Karakorum Highway eine internationale Touristen-Attraktion, der durch spektakuläre Schluchten entlang der historischen Seidenstraße führt.

Karakorum Highway

Bildquelle: shughal.com

Rom: Aggressionen hinterm Steuer

Alle Wege führen nach Rom! Wer in Italien unterwegs ist, sollte sich sehr gründlich überlegen, ob er mit einem Mietwagen einen dieser Wege einschlägt. Autofahrer sollten sich auf das Schlimmste gefasst machen, wenn sie sich in Rom hinter das Steuer eines Mietwagens setzen. Wer in Rom Auto fährt, muss in schweren Lektionen alles verlernen, was er je über Verkehrsregeln gewusst hat: Zu dichtes Auffahren ist nicht bloß ein verbreitetes Problem – es ist nationaler Zeitvertreib. In den Rückspiegel schauen? Ach was! Rote Ampel? Bloß so eine Empfehlung. Die Römer sind im Auto aggressiv und stolz darauf.

Verkehr in Rom

Bildquelle: medienwoche-nms.blogspot.de

North Yungas Road in Bolivien: Die Straße des Todes

Die angsteinflößende Piste trägt den Beinamen „Straße des Todes“ und ist ein einziger Kreuzweg. Wer sie überlebt, hat was zu erzählen. Wer den Trip noch vor sich hat, sollte sich auch mit der Niederschrift seines letzten Willens befassen. Die Entwicklungsbank hat die North Yungas Road als „gefährlichste Straße der Welt“ eingestuft. Schätzungsweise 200 bis 300 Menschen kommen hier jedes Jahr zu Tode. Trucks oder Busse, die in die Tiefe stürzen, gehören zur Tagesordnung. Allein die vielen Gedenkkreuze am Rande des Abgrund sorgen für Gänsehaut. Kommt auch noch ein anderer Bus entgegen, betet man, es möge nicht das eigene Kreuz dazukommen.

North Yungas Road Bolivien

Bildquelle: travelbook.de