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Eigentlich sollte es nicht weiter schwerfallen, ein Auto zu betanken. Doch im Ausland kann da eine Wissenschaft für sich draus werden. Kraftstoffnormen, Tankstellen und die dortigen Verhaltensregeln variieren von Land zu Land und führen unterwegs häufig zu unerwarteten Komplikationen. Bei einem Roadtrip haben Sie Gelegenheit, neue Orte aus Sicht der Einheimischen kennenzulernen. Da sollten kulturelle Unterschiede nicht im Weg stehen. Um Ihnen Ärger zu ersparen und Sie bei der Reiseplanung zu unterstützen, haben wir eine Liste mit praktischen Tipps zum Tanken in 30 Ländern rund um den Erdball zusammengestellt.

Schon vor Reiseantritt helfen folgende Hinweise:

  1. Tanken Sie so häufig wie möglich. In Ihrem Reiseland gibt es unter Umständen weniger Tankstellen oder diese sind weiter voneinander entfernt als zu Hause. Eine Rolle spielt auch, ob Sie Großstädte besuchen, an entlegene Orte fahren oder hauptsächlich auf Landstraßen unterwegs sind.
  2. Sehen Sie nach, welche Art von Kraftstoff Ihr Mietwagen benötigt. Wenn Sie das Falsche tanken, kann das nicht nur Ihren Reiseplan durcheinanderbringen, sondern auch hohe Kosten zur Folge haben.
  3. Haben Sie Bargeld zur Hand. An Tankstellen in Großstädten werden Kreditkarten meist akzeptiert, in manchen Ländern kann es aber vorkommen, dass eine Bezahlung mit ausländischen Debit- oder Kreditkarten nicht möglich ist.

Afrika und der Nahe Osten

Einige der besten Sehenswürdigkeiten des Nahen Ostens und Afrikas lassen sich mit dem Auto erkunden. Hier zu fahren ist jedoch nichts für schwache Nerven. Es passiert nicht selten, dass Autofahrer den unterschiedlichsten Hindernissen begegnen. Doch eine gute Planung Ihres Benzinbedarfs und Kenntnis über die Gepflogenheiten an den Tankstellen können Ihre Tour erheblich entspannter machen.

In Ägypten müssen Sie zum Tanken Ihr Auto in der Regel nicht verlassen. Ein Angestellter betankt das Fahrzeug und reinigt die Windschutzscheibe, Scheibenwischer und Spiegel, damit Sie sicher an Ihr nächstes Ziel gelangen. Sie sollten dafür zwischen 3 und 5 LE Trinkgeld geben.

In Marokko gibt es nicht so viele Tankstellen wie in manchen Industriestaaten, daher sollten Sie den nächsten Tankstopp stets gut planen. Halten Sie sich nach Möglichkeit an die Faustregel, immer einen mindestens halbvollen Tank zu haben, um nicht in eine schwierige Situation zu geraten. Da Marokko nicht weit von Spanien und Frankreich entfernt ist, findet man immer wieder sprachliche Einflüsse dieser Länder. Bleifreies Benzin wird beispielsweise als „sans plomb“ bezeichnet und Diesel als „gazole“.

In Südafrika ist es in der Regel möglich, an Tankstellen mit Kreditkarte zu bezahlen. Dies gilt auch für ausländische Karten. Da sich an den meisten Tankstellen jedoch ein Tankwart um alles kümmert, sollten Sie ein Trinkgeld in Höhe von 5 bis 10 ZAR zur Hand haben.

In der Türkei ist Selbstbedienung an Tankstellen nicht üblich. Fahrer bezahlen in der Regel vorher beim Kassierer und erhalten danach eine Quittung, die sie dem Tankwart geben. Dieser betankt dann das Auto. Die Benzin- und Dieselpreise sind in der Türkei so hoch wie in kaum einem anderen Land, daher ist das Tanken hier ein kostspieliges Vergnügen.

Asien und Ozeanien

In Ländern wie Australien und Neuseeland herrschen ähnliche Gepflogenheiten wie in der westlichen Welt, während die Sitten in Thailand und Indien ausländische Fahrer mitunter ganz schön auf Trab halten. Diese Regionen erstrecken sich über ganz unterschiedliche Klimazonen und verfügen über viele Sehenswürdigkeiten, die sich am besten mit dem Auto entdecken lassen. Damit Ihre Autoreise so reibungslos wie möglich abläuft, bietet Ihnen dieser Leitfaden Hinweise zum Tanken in acht verschiedenen Ländern und erklärt die lokalen Bezeichnungen für Tankstellen.

Australische Zapfsäulen haben aus Sicherheitsgründen keine Zapfventilautomatik, daher muss der Fahrer die Zapfpistole bis zum Ende des Tankvorgangs gedrückt halten. In Australien gibt es unzählige schöne Strecken mit Tausenden Kilometern Länge – von der Eyre-Halbinsel bis zur Great Ocean Road –, für die man sich gerne Zeit nimmt. Doch mangelnde Vorbereitung kann Ihre Autoreise ungewollt verlängern. Sogar Australier mit viel Erfahrung hinter dem Steuer können auf den Straßen ihres Landes noch so manche Überraschung erleben. Das Tanken sollte aber besser nicht dazugehören.

In China gibt es weniger Tankstellen als in vielen anderen Ländern. Daher ist es sinnvoll, sich an die Faustregel eines mindestens halbvollen Tanks zu halten und seine Route genau zu planen. Viele Tankstellen verfügen über einen Tankwart, in entlegeneren Gegenden tanken die Kunden aber häufig auch selbst.

Viele Ausländer, die mit dem Auto durch Indien reisen, mieten sich auch gleich noch einen Fahrer dazu. Der Verkehr in diesem Land ist eher chaotisch und es gibt nur wenige Vorschriften, daher ist dies unter Umständen die sicherste Variante, wenn Sie mit den dortigen Straßen nicht vertraut sind. Unabhängig davon, ob Sie einen Fahrer haben oder sich selbst ins Getummel stürzen, sollten Sie die Gepflogenheiten an Tankstellen kennen und wissen, welche Art von Kraftstoff Ihr Fahrzeug braucht. Dank dieses Leitfadens wissen Sie Bescheid.

In Indonesien gibt es in den Städten zwar viele Markentankstellen, doch es finden sich häufig auch Fasspumpen und manchmal wird am Straßenrand Benzin in Flaschen verkauft. Wundern Sie sich nicht darüber. Dieses Angebot nutzen vor allem die Besitzer von Motorrollern, einem Transportmittel, das sich bei Einheimischen und Touristen gleichermaßen großer Beliebtheit erfreut. Wer tanken möchte, muss nur den Tankstutzen zugänglich machen.

An japanischen Tankstellen mit Komplettservice ist es üblich, dass ein Mitarbeiter Ihr Fahrzeug betankt, während ein anderer kostenfrei die Windschutzscheibe, die Scheibenwischer und Spiegel reinigt. Außerdem erhalten Sie kostenlos ein Tuch, um das Armaturenbrett abzuwischen. Um die elektrostatische Aufladung zu reduzieren, verfügen viele Tankstellen mit Selbstbedienungs-Zapfsäulen über ein Touchpad.

Neuseeland ist für seine hohen Benzin- und Dieselpreise bekannt, allerdings hängen die Preise vom Standort und nicht so sehr vom Anbieter ab. Während es in anderen Ländern häufig Tankstellen in der Nähe von Supermärkten gibt, ist dies in Neuseeland eher unüblich. Häufig bieten sie aber Gutscheine, mit denen Sie bei Partnertankstellen sparen können. Sie sollten allerdings nicht zu lange nach dem besten Angebot suchen, da die Einsparungen sonst schnell dahinschmelzen.

In Russland können Sie mit dem Auto wunderschöne Landstriche kennenlernen, aber auch vor große Herausforderungen gestellt werden. Besonders in Acht nehmen sollten Sie sich vor minderwertigem oder gepanschtem Kraftstoff. In einigen Gegenden kam es schon vor, dass Fahrzeuge mit Wasser betankt wurden. Ein guter Hinweis auf eine vertrauenswürdige Tankstelle ist eine Schlange von Autos oder noch besser von Lastwagen. Halten Sie sich am besten an die großen Tankstellenketten des Landes. Falls eine Tankstelle den benötigten Kraftstoff nicht mehr vorrätig hat, suchen Sie eine andere in der Nähe.

In Thailand gibt es je nach Gegend unterschiedliche Arten von Tankstellen. Möglicherweise werden Sie gebeten, das Fahrzeug zu verlassen, während es betankt wird, weil der Tankwart der Meinung ist, dass dies sicherer für den Fahrer sei. Ähnlich wie in Indonesien gibt es Fasspumpen und Benzin wird auch in Flaschen am Straßenrand verkauft. Wenn Sie diesem Angebot skeptisch gegenüberstehen, halten Sie sich einfach an Markentankstellen.

Tanken in Asien und Ozeanien

Europa

Einige der faszinierendsten Orte in Europa sind über große Autobahnen miteinander verbunden, was unseren Kontinent zu einem hervorragenden Ziel für Roadtrips macht. Das Tanken an sich ist meist ganz einfach, aber Sie sollten Ihren nächsten Stopp immer gut planen und berücksichtigen, dass Tankstellen zu bestimmten Tageszeiten geschlossen haben können. In diesem Leitfaden erfahren Sie, welche Anbieter empfehlenswert sind, wo ein Trinkgeld üblich ist und wann Sie bezahlen müssen.

Damit es nicht zu Verwechslungen kommt, sind die Zapfpistolen für Premium-Kraftstoffe in Frankreich häufig größer als die für bleifreies Normalbenzin. Außerdem wird häufig auch Autogas (LPG) angeboten.

In Deutschland werden Sie beim Tanken kaum Probleme haben. Kreditkarten werden fast überall akzeptiert, was in anderen europäischen Ländern nicht immer der Fall ist. In der Regel bezahlen Sie drinnen an der Kasse. EC- und Maestro-Karten werden an Tankstellen ebenfalls gerne genommen.

In Griechenland ist per Gesetz festgelegt, dass nachts und an Sonntagen immer mindestens eine Tankstelle in der Umgebung geöffnet sein muss, was für Fahrer natürlich sehr praktisch ist. Benzin wird hier als „unleaded benzine“ bezeichnet, wohingegen „petreleo“ das griechische Wort für Diesel ist.

Die Autobahnen in Ungarn sind mautpflichtig. Die erforderliche Vignette können Sie an Tankstellen im ganzen Land erwerben. Wenn Sie ein Schild mit der Aufschrift „Matricia vignette“ sehen, sollten Sie also von der Autobahn abfahren und die nächste Tankstelle suchen.

Außerhalb der isländischen Hauptstadt Reykjavík gibt es nur wenige Tankstellen. Manche bestehen nur aus einer per Kreditkarte aktivierten Zapfsäule am Straßenrand. Die Witterungsbedingungen in Island können sehr extrem sein, daher sollten Sie sorgfältig planen und tanken, wenn Sie Gelegenheit dazu haben.

In Irland ist es an Tankstellen mit Vorauszahlung üblich, vor dem Tanken an einem separaten Automaten oder Kiosk zu bezahlen. Nachdem Sie die Kraftstoffsorte, die Zapfsäulennummer und den Betrag eingegeben haben, können Sie an der Zapfsäule, an der Ihr Auto steht, tanken.

In Italien tragen die Griffe der Zapfpistolen je nach Kraftstoff verschiedene Farben, die sich auch an den Tankstutzen am Fahrzeug wiederfinden. Tankstellen sind mittags und an Sonntagen häufig geschlossen. Daher sollten Sie sorgfältig planen und den Füllstand stets genau im Auge behalten. Viele Selbstbedienungstankstellen befinden sich direkt am Straßenrand und bieten Wahltasten wie „pieno“ für Volltanken, „canc“ zum Abbruch der Transaktion sowie die Möglichkeit, eine bestimmte Menge an Kraftstoff anzugeben.

In Polen gibt es genügend Tankstellen, aber man kann sich leicht einmal verfahren. Falls Sie nicht mehr wissen, wo Sie sich befinden, fragen Sie mit „Gdzie jest najbliższa stacja benzynowa?“ nach der nächsten Tankstelle.

In Portugal sind Tankstellen in der Regel von 07:00 bis 22:00 Uhr geöffnet, wobei sie mittags für einige Stunden schließen. Wenn Sie also nachts fahren, sollten Sie Ihren Kraftstoffvorrat entsprechend planen. Eine rund um die Uhr geöffnete Tankstelle werden Sie kaum finden. Falls Sie sich verfahren haben, fragen Sie jemanden „Onde posso comprar a gasolina?“ („Wo kann ich Benzin kaufen?“).

Falls Sie in Spanien mit einem Dieselfahrzeug unterwegs sind, müssen Sie „gasoleo“ tanken. Diese Bezeichnung darf nicht mit dem englischen Wort „gasoline“ verwechselt werden, das „bleifreies Benzin“ bedeutet. Darüber hinaus müssen Sie darauf achten, die richtige Dieselsorte zu tanken: Nur gasoleo A eignet sich für PKW.

In Großbritannien gibt es verschiedene Wörter für „Tankstelle“, aber das Tanken selbst funktioniert immer gleich und ist ganz einfach. Ähnlich wie in Australien haben die Zapfsäulen aus Sicherheitsgründen keine Zapfventilautomatik. Wie in Deutschland auch nehmen Sie einfach die entsprechende Zapfpistole für Diesel oder Benzin und beginnen mit dem Tanken.

Nord- und Südamerika

Durch Nord- und Südamerika zieht sich eine der längsten Straßen der Welt, die Panamericana. Darüber hinaus gibt es aber auch noch unzählige weitere Strecken, die sich zu erkunden lohnen. Von Gletschern in Kanada bis hin zu Stränden in Brasilien können Autoreisende jedes Land aus dem Blickwinkel der Einheimischen erleben. Natürlich sollten Sie dabei immer die unterschiedlichen Witterungsbedingungen, die Trinkgeldgepflogenheiten sowie die unterschiedlichen Zahlungsarten in den einzelnen Ländern im Hinterkopf behalten.

Auf argentinischen Straßen kann zu bestimmten Zeiten viel los sein und das gilt auch für die Tankstellen. Die beste Zeit zum Tanken ist frühmorgens. Vermeiden sollten Sie dagegen Tankstopps am späten Nachmittag und an Wochenenden.

In Brasilien halten Sie sich am besten an Markentankstellen. Es ist schon vorgekommen, dass an anderen der Kraftstoff mit Wasser versetzt wurde, um mehr Geld zu verdienen. Diese Praxis kann jedoch zu schwerwiegenden Motorproblemen führen. Tankstellen mit Selbstbedienung sind in Brasilien illegal, daher müssen Sie Ihr Auto nur verlassen, wenn Sie sich ein wenig Bewegung verschaffen oder etwas zu trinken kaufen möchten.

In den meisten kanadischen Provinzen können Sie nach dem Tanken bezahlen, in British Columbia und Alberta ist jedoch die Vorauszahlung gesetzlich vorgeschrieben. Eine weitere Besonderheit gibt es in den Städten Richmond und Coquitlam im Westen Kanadas: Hier sind Selbstbedienungstankstellen verboten. Aus Sicherheitsgründen werden Tankwarte eingesetzt. Als weitere Dienstleistung bieten viele kanadische Tankstellen von November bis März sogenanntes WinterGas an. Diesen Spezialkraftstoff gibt es in verschiedenen Sorten. Er soll dafür sorgen, dass der Motor bei niedrigen Temperaturen besser läuft, und verhindern, dass die Kraftstoffleitung zufriert.

Tankwarte heißen in Chile „bomberos“. Da Tankstellen einen Komplettservice bieten, sagen Sie dem bombero einfach, wie viel Benzin Sie möchten (entweder in Litern oder in Pesos). Volltanken heißt übrigens „lleno“. Möglicherweise fragt der bombero, ob er die Fenster putzen, den Ölstand oder den Reifendruck überprüfen soll. Für derartige Dienstleistungen sollten Sie ein Trinkgeld – am besten in Chilenischen Pesos – geben.

Beinahe 80 Jahre lang hatte Pemex oder Petróleos Mexicanos in der mexikanischen Kraftstoffbranche eine Monopolstellung inne. Ende 2017 eröffnete Shell seine erste Tankstelle in diesem Land. Seitdem haben Touristen und Einheimische beim Tanken eine größere Auswahl.

In vielen Ländern sind die einzelnen Kraftstoffsorten jeweils immer mit derselben Farbe gekennzeichnet. In den USA haben jedoch Zapfsäulen mit bleifreiem Benzin verschiedene Farben. Um die Unterscheidung zu erleichtern, gibt es für Diesel in der Regel separate Zapfsäulen mit einer grünen Zapfpistole. Wenn Sie das erste Mal in den USA Auto fahren, achten Sie genau darauf, welche Sorte Kraftstoff Sie benötigen, und verlassen Sie sich nicht auf die Farbe der Zapfpistole.

In Uruguay ist ein Trinkgeld in Höhe von 5 bis 10 Pesos für alle Dienstleistungen, die über das reine Tanken hinausgehen, üblich. Viele Tankstellen („estaciones de servicio“) akzeptieren Bargeld als primäres Zahlungsmittel. In den Regionen um Montevideo und Canelones sind Barzahlungen jedoch gesetzlich verboten, um Raubüberfälle zu vermeiden.

Tanken sollte eigentlich ganz einfach sein, aber auch hier gilt: Andere Länder, andere Sitten. Die Gepflogenheiten an Tankstellen variieren ebenso wie die Regeln im Straßenverkehr und die Benzinpreise von Land zu Land. Sie sollten stets wissen, ob und in welcher Höhe Trinkgeld üblich ist, und die entsprechenden Bezeichnungen für „Benzin“ und „Tankstelle“ kennen. Achten Sie insbesondere immer auf die Farbe der Zapfpistole und darauf, welche Sorte Kraftstoff Ihr Fahrzeug benötigt.