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Ein Mietwagen ist für viele Touristen im Urlaub wichtiger als eine luxuriöse Unterkunft. Denn ein Mietwagen verschafft Ihnen individuelle Mobilität und Freiheit. Ausflüge, die Fahrt zum Einkaufsbummel oder im Urlaubsland ungebunden umherreisen – das alles ermöglicht Ihnen der Mietwagen im Urlaub. Manchmal bekommt die Freiheit einen ungewollten Dämpfer: Zum Beispiel, wenn man mit dem Mietwagen in einen Unfall verwickelt wird. Das ist schneller passiert, als einem lieb ist. Zum Beispiel, weil man mit dem Mietwagen nicht so vertraut ist, wie mit dem eigenen Auto. Wenn man sich an einem fremden Ort schwerer zurechtfindet, ist man vielleicht auch nicht immer ganz aufmerksam. Und dann gibt es da noch Länder mit rustikalen Verkehrssitten.

Vollkasko-Versicherung für den Mietwagen: Garantiert sicher

Wenn es gekracht hat, fragt man sich natürlich: Wer zahlt das alles? Bekomme ich einen Ersatzwagen? Wen muss ich alles informieren? Brauche ich die Polizei?

Grundsätzlich läuft es bei einem Mietwagen nicht wesentlich anders, als wäre man mit dem eigenen Fahrzeug unterwegs. Wenn man an dem Unfall keine Schuld trägt, zahlt die gegnerische Versicherung den Schaden am Mietwagen und auch den Mehraufwand für ein Ersatzfahrzeug. Hat man selbst den Unfall verschuldet, reguliert die Haftpflichtversicherung des Mietwagens den Schaden des Unfallgegners. Nicht aber den Schaden am Mietwagen: Mieten Sie ein Auto, sollten Sie unbedingt eine Vollkasko-Versicherung mit abschließen. Die kommt auch für selbstverschuldete Unfälle auf – abzüglich einer Selbstbeteiligung von 300 bis 600 Euro. Bei teuren Sportwagen oder Luxuslimousinen kann die Selbstbeteiligung auch ein paar tausend Euro betragen. Wenn Sie sich davor schützen möchten, wählen Sie die teurere Vollkasko ohne Selbstbeteiligung, die sogenannte SLCDW. Manche Autovermieter bieten die SLCDW standardmäßig an. Oft ist die SLCDW auch inklusive, wenn man mit einer bestimmten Kreditkarte zahlt.

Mit diesen Tipps sind sie auf der sicheren Seite

Wie Sie sich die Schadensabwicklung bei einem Unfall mit dem Mietwagen erleichtern und sich vor teuren Überraschungen zu schützen, zeigen wir Ihnen hier:

1.     Am besten gehts mit der Polizei

Wer die Polizei zur Unfallaufnahme ruft, ist immer auf der sicheren Seite. Die meisten Autovermieter schreiben das im Mietvertrag auch vor, da sonst der Versicherungsschutz erlischt. Allerdings sind diese Klauseln in der Rechtsprechung umstritten: Manche Gerichte haben sie schon in Einzelfällen für ungültig erklärt. Wenn die Polizei den Unfall aufnimmt, hat das dennoch Vorteile: Zum einen ist der Unfall amtlich dokumentiert und protokolliert. Zum anderen entspannt es oft die Situation zwischen den Unfallgegnern, wenn die Polizei als ordnende Hand eingreift.

Es kann allerdings passieren, dass die Polizei bei Unfällen ohne Personenschaden wegen Geringfügigkeit nicht ausrückt. In Österreich zum Beispiel erhebt die Polizei sogar ein Bußgeld von 36 Euro, wenn sie zu Bagatellschäden gerufen wird – die sogenannte Blaulicht-Steuer. Dann sollte man sich aber dringend die Zeit nehmen, mit seinem Mietwagen selbst zur Polizei zu fahren und den Unfall aufnehmen zu lassen. In Kroatien etwa darf man das Land mit einem beschädigten Auto ohne ein polizeiliches Unfallprotokoll überhaupt nicht verlassen.

2.     Europäischen Unfallbericht ausfüllen – jetzt auch als App

Den standardisierten Europäischen Unfallbericht haben Mietwagen nahezu immer an Bord. Der Bericht wird von den Unfallbeteiligten gemeinsam ausgefüllt und unterschrieben. Die Unterschrift ist ausdrücklich KEIN Schuldanerkenntnis. Wenn man mit seinem Mietwagen ins fremdsprachige Ausland reist, kann man sich das Formular auch schon zuhause in mehreren Sprachen herunterladen, am Bildschirm schon teilweise ausfüllen und ausdrucken. Für Smartphones und Tablets gibt’s mittlerweile sogar die kostenlose App Assisto. Die App ist mehrsprachig und mit dem Einscannen des QR-Codes auf der Grünen Karte fügt man einfach die Fahrzeugdaten der Unfallbeteiligten ein. Mit der App kann man Fotos an den Bericht anhängen und den Bericht direkt an die Versicherung und alle am Unfall beteiligten Personen schicken.

3.     Den Autovermieter benachrichtigen

Man sollte auch bei einem leicht beschädigten Mietwagen keinesfalls mit der Benachrichtigung bis zur Rückgabe warten –  und dem Mietwagenanbieter dann einfach ein zerschundenes Auto auf den Hof stellen. Im Gegenteil: Den Anbieter muss man sofort benachrichtigen. Der entscheidet über das weitere Vorgehen. Wenn das Fahrzeug nicht mehr fahrbereit ist, wird der Mietwagenanbieter in aller Regel zunächst die geleistete Kaution für den Mietwagen in Höhe der Selbstbeteiligung einbehalten und gegebenenfalls später erstatten. Es ist daher wichtig sich bei der Rückgabe des beschädigten Mietwagens vom Anbieter einen Schadensbericht ausstellen und unterschreiben zu lassen. Auch den Mietvertrag mit dem Nachweis über die Zahlung von Kaution und Selbstbeteiligung sollte man sorgsam aufbewahren.

Flug verpasst – wer zahlt?

Flugzeug im Rückspiegel

Bildquelle: pixabay/Holgi

Es ist ja schon mal sehr beruhigend, wenn der Unfall glimpflich verlaufen ist, und den Rest die Versicherungen regeln. Manchmal gibt es aber noch ärgerliche Begleiterscheinungen. Zum Beispiel, wenn man mit dem Mietwagen auf dem Weg zum Flughafen war und wegen des Unfalls seinen Flug verpasst. Jetzt muss man für viel Geld einen neuen Flug buchen, den es nicht mehr zum günstigen Pauschalpreis gibt. Und möglicherweise muss man auch noch einen oder gar mehrere Tage auf den nächsten Flug warten und ein Hotel bezahlen. Oder das Ganze passiert schon auf der Reise in den Urlaub, und man verpasst wertvolle Urlaubstage. Vielleicht war man auch auf dem Weg zu einem Konzert oder zu einem gebuchten Ausflug – wegen des Unfalls verfallen nun teure Tickets.

Ob der schuldhafte Unfallgegner auch dafür aufkommen muss, ist schwer zu sagen: Das Landgericht Arnsberg beurteilte in einem Fall diese Unfallfolgen als „Allgemeines Lebensrisiko“ und wies die Klage auf Schadensersatz ab. Ein solcher Unfall sei vergleichbar mit einem ebenfalls durch einen Unfall verursachten Stau auf der Autobahn. Wer wegen eines solchen Staus seinen Flieger verpasse, könne auch nicht den Unfallverursacher zum Schadensersatz heranziehen. Wegen weiterer Umstände des hier entschiedenen Einzelfalls ist dieses Urteil allerdings nur bedingt aussagekräftig. Regelmäßig aber erkennen Gerichte nur Ersatzansprüche zu, wenn der Betroffene selbst beim Unfall verletzt wurde und deshalb eine Reise nicht antreten oder an einer Veranstaltung nicht teilnehmen konnte.

Mit dem gemieteten Off-Roader ins Gelände? Besser nicht!

Auto auf Wiese

Bildquelle: pixabay/stevepb

Selbst die teuerste Versicherung ohne Selbstbeteiligung lehnt in zwei Fällen die Regulierung des Schadens ab: Wenn der Fahrer des Mietwagens vorsätzlich oder grob fahrlässig gehandelt hat. Und manche Nachlässigkeit oder schlechte Angewohnheit beurteilen Versicherungen und Gerichte bereits als grob fahrlässig. Weit verbreitet und lebensgefährlich ist zum Beispiel das Telefonieren am Steuer ohne Freisprechanlage. Wenn es deswegen kracht, dürfen Sie Ihr Urlaubsgeld für die nächsten Jahre möglicherweise der Versicherung überweisen.

Gleiches gilt, wenn man seine Augen nicht auf der Straße, sondern auf der Straßenkarte hat. Oder wenn der ungesicherte Hund im Mietwagen Herrchen vor lauter Freude unvermittelt auf den Schoß springt. Auch der Ausflug in die freie Wildbahn kann teuer werden, wenn man ihn nicht mit Wanderstiefeln, sondern mit dem gemieteten Off-Roader unternimmt. Und wer immer schon mal mit Karacho über den Nürburgring oder eine andere Rennstrecke heizen wollte, nimmt dazu besser nicht den Mietwagen.