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Insel aus Feuer und Eis – Island ist einfach faszinierend und mit einem Mietwagen lassen sich die raue Natur, die spannenden Vulkanlandschaften und die abgelegenen Ecken am besten erkunden. Die etwa 1330 Kilometer lange Ringstraße, Hringvegur genannt, führt einmal um die Insel und verbindet zahlreiche Sehenswürdigkeiten und die wichtigsten Orte des Landes miteinander. Natürlich ist das Autofahren in Island nicht mit Fahren hierzulande vergleichbar. Aber wenn Sie Islands Verkehrsregeln und einige Tipps zum Autofahren beherzigen, spricht nichts dagegen, auf vier Rädern in Island unterwegs zu sein.

Inhalt:
Welches Auto brauche ich?
Grundregeln für Island
Wie schnell darf ich fahren?
Wo liegt die Promillegrenze?
Parken in Island
Besonderheiten beim Tanken

Rechts- oder Linksverkehr?

Keine Sorge, in Island gilt seit 1968 Rechtsverkehr, Sie müssen sich also nicht umgewöhnen. Passen Sie aber auf bei einspurigen Wegen oder auf nicht asphaltierten Straßen, denn manchmal weicht der Gegenverkehr auf Ihre Spur aus.

Pkw, Allradfahrzeug oder Geländewagen?

Welche Art von fahrbarem Untersatz Sie auswählen, hängt ganz von Ihrer Wunschstrecke und der Jahreszeit ab. Nun sind Jahreszeiten in Island so eine Sache, aber als Faustregel kann man sagen, dass Sommer ist, wenn kein Schnee liegt (also ungefähr von Juni bis September). Alle anderen Monate sollten Sie vorsichtshalber zum Winter zählen, denn das Wetter ist unberechenbar und plötzliche Schneefälle, Eis, Starkregen, heftige Windböen und Sandstürme sind keine Seltenheit.

Wenn Sie nur in Reykjavík und Umgebung fahren möchten oder auf der Ringstraße bleiben, reicht ein Kleinwagen – vor allem im Sommer – vollkommen aus.

Im Winter sollten Sie ein Fahrzeug mit Allradantrieb nehmen, um ins Umland zu kommen.

Im Hochland ist ein richtiger Geländewagen unerlässlich, denn hier müssen unter Umständen Flüsse durchquert und steile Anstiege bewältigt werden. Besonders holprige Straßen und Straßen ins Hochland werden mit einem „F“ vor der Straßennummer gekennzeichnet. Diese dürfen nur mit einem Allrad-Geländewagen befahren werden und sind oft nur in den Sommermonaten geöffnet. Wer diese Regeln nicht beachtet, muss mit saftigen Strafen rechnen.

Im Zweifelsfall sind Sie mit einem Allradfahrzeug auf der sicheren Seite. Die Ringstraße wird zwar von Schnee geräumt, aber man weiß ja nie, wo einen das Abenteuer Island hinverschlägt.

Straße von Vik im Winter

Im Winter sind Islands Straßen oft unberechenbar.

Autofahren in Island – welche Grundregeln muss man beachten?

Wenn Sie einen Mietwagen in Island nehmen, sollten Sie sich zunächst mit den Grundregeln vertraut machen. Das Autofahren in Island ist recht entspannt, die Fahrer sind in der Regel sehr umsichtig und rücksichtsvoll. So sollten auch Sie sich im isländischen Straßenverkehr verhalten. Fahren Sie konzentriert und vorausschauend und gehen Sie es eher gemütlich an, wenn Sie mit den Straßen- und Witterungsbedingungen Islands nicht vertraut sind. Die Straßenqualität ist nämlich sehr unterschiedlich und reicht von asphaltierten Straßen in und um Reykjavík über Schotterpisten bis hin zu Flussfurten im unwegsamen Hochland. Es gibt beispielsweise viele Straßen, für die Allradantrieb vorgeschrieben ist.

In Island herrscht Gurtpflicht. Alle Insassen eines Autos müssen also angeschnallt sein und Kinder benötigen je nach Größe und Gewicht eine Babyschale oder einen Kindersitz.

Handys am Steuer sind verboten und wer erwischt wird, wird zur Kasse gebeten.

Das Licht muss auch tagsüber eingeschaltet sein. Spätestens, wenn Sie in Island an einem Tag Sonne, Nebel, Regen und Schnee erleben, wissen Sie auch warum. Bei den Mietwagen in Island geht meist automatisch das Tagfahrlicht an, aber es schadet nicht, nochmals darauf zu achten, wenn Sie das Auto starten.

Das Fahren abseits der Straßen ist streng verboten! Es ist nicht nur äußerst gefährlich, sondern schadet auch der empfindlichen Flora und Fauna der Insel. Die abgelegenen Straßen und Hochlandpisten fühlen sich aber oft so an, als würde man offroad fahren.

Welche Geschwindigkeitsbegrenzungen gelten in Island?

In Island fährt man in der Regel nicht sehr schnell. Innerorts ist Tempo 50 km/h angesagt, außerorts gelten 90 km/h auf asphaltierten Straßen und 80 km/h auf Schotterpisten. Halten Sie sich immer an die ausgeschilderten Höchstgeschwindigkeiten. Isländer fahren gerne mal etwas schneller, aber lassen Sie sich nicht davon verleiten, denn auf unwegsamem Gelände verliert man bei großer Geschwindigkeit schnell die Kontrolle über sein Fahrzeug. Selbst 80 km/h können auf Schotter sehr gewagt sein, vor allem, wenn man keinen Geländewagen hat und mit den hiesigen Straßenverhältnissen nicht vertraut ist.

Gehen Sie unbedingt vom Gas, wenn es schwierig wird, etwa vor nicht einsehbaren Straßenabschnitten wie Hügeln oder wenn eine asphaltierte Straße in eine Schotterpiste übergeht.

Eine Geschwindigkeitsüberschreitung ist in Island streng verboten. Selbst kleine Übertretungen können richtig teuer werden, wie ein Blick in den Bußgeldkatalog Islands verrät.

Was sind die wichtigsten Verkehrsregeln in Island?

Die meisten Verkehrsregeln in Island unterscheiden sich nicht von den unseren und auch die Verkehrsschilder dürften Sie ohne Isländischkenntnisse größtenteils verstehen. Einige Besonderheiten gibt es jedoch:

Wer als Erster an einer Brücke ist, hat Vorfahrt. Viele Brücken in Island sind nämlich einspurig, um sie besser und schneller warten zu können. Wenn Sie also auf eine Brücke zufahren, verringern Sie zunächst die Geschwindigkeit. Wenn Ihnen ein Auto entgegenkommt, müssen Sie Vorfahrt gewähren, wenn das andere Auto zuerst die Brücke erreicht. Meist gibt es dazu vor der Brücke Buchten. Wenn Sie sich unsicher sind, wer Vorfahrt hat, warten Sie lieber vor der Brücke, schließlich kann es immer passieren, dass Ihr Gegenüber sich verschätzt oder mit dieser Regel nicht vertraut ist. Einspurige Brücken werden mit einem entsprechenden Verkehrsschild mit dem Hinweis „Einbreið Brú“ angekündigt.

Wer die Kunst der einspurigen Brücke gemeistert hat, kann sich an den einspurigen Tunneln („Einbreið Göng“) versuchen. Hier gibt es aber Ausweichbuchten, in denen die Autos abwarten, die die Buchten auf ihrer Seite haben.

Wer innen im Kreisverkehr fährt, hat Vorfahrt. Es gibt zwar nicht viele mehrspurige Kreisverkehre in Island, aber wenn Sie auf einen treffen (vor allem im Stadtgebiet Reykjavík), haben die Fahrer der inneren Spur Vorfahrt. Fährt man auf der Außenspur, muss man anhalten, um ein Fahrzeug auf der inneren Spur, das den Kreisverkehr verlassen möchte, durchzulassen.

Ringstraße bei Nebel

Die Ringstraße in Island hat viele Facetten.

Brauche ich einen internationalen Führerschein in Island?

Nein, ein internationaler Führerschein ist in Island nicht erforderlich. Sie benötigen lediglich Ihren normalen EU-Führerschein und einen Personalausweis oder Reisepass, wenn Sie ein Auto mieten möchten. Urlauber müssen allerdings mindestens 18 Jahre alt sein, um in Island fahren zu dürfen.

Welche Promillegrenze gilt in Island?

Die Promillegrenze in Island liegt bei 0,5 und sollte auch eingehalten werden, sonst wird’s teuer und der Führerschein ist möglicherweise weg. Immer noch am besten: Kein Alkohol am Steuer!

Was muss man beim Parken in Island beachten?

Auch wenn Island groß ist und man sich als Einziger auf der Straße wähnt: Man darf in Island nicht überall wild parken. Das gilt insbesondere für Touristen, die gerne mal einfach an der Straße rechts ranfahren und aussteigen, um ein Foto zu machen, oder dafür gar auf der Straße anhalten. Nutzen Sie bitte immer die ausgewiesenen Parkmöglichkeiten, denn bei schlechten Straßen- und Sichtverhältnissen hat der nachfolgende Verkehr keine Chance, auf ein versteckt abgestelltes Fahrzeug am Straßenrand zu reagieren. Denken Sie daran, dass der Bußgeldkatalog Islands auch bei Parkverstößen empfindliche Strafen vorsieht.

Wie funktioniert das Tanken in Island?

Wenn Sie mit dem Auto durch Island reisen, werden Sie früher oder später tanken müssen. Aber keine Sorge, Tankstellen in Island funktionieren ähnlich wie bei uns. In der Stadt haben die meisten bis spät abends geöffnet. In abgelegenen Gebieten gibt es größtenteils nur unbemannte Tankstellen, die mit Prepaid-Karten oder Kreditkarten (mit PIN!) bezahlt werden. Unser Leitfaden zum Tanken im Ausland hält eine Übersicht für Sie bereit. Entlang der Ringstraße ist das Tankstellennetz ganz gut ausgebaut, im Hochland dagegen gibt es keine Tankstellen. Das sollten Sie also berücksichtigen, wenn Sie Island mit dem Auto erkunden.

Zum Schluss noch einige Tipps zum Autofahren in Island

Es mag banal klingen, aber machen Sie genug Pausen beim Autofahren. Im Sommer geht die Sonne in Island nicht unter, sodass es auch in tiefer Nacht hell ist. Bitte beachten Sie, dass Ihr Körper nicht viel von der Mitternachtssonne hält und seinen Schlaf fordert. In den Wintermonaten ist es umgekehrt: Bei gerade einmal vier bis sechs Sonnenstunden am Tag kann man mitunter schon am frühen Nachmittag das Gähnen kaum noch unterdrücken.

In Island sind auch Tiere Verkehrsteilnehmer. Also aufpassen und vom Gas gehen, wenn sich Schafe, Kühe, Rentiere oder Pferde am Straßenrand tummeln. Es passiert nicht selten, dass noch ein Vierbeiner unvorhergesehen die Straße überquert. Und nicht nur das. In einem Land, in dem die meisten Kreisverkehre gebaut sind, um Elfenschlössern auszuweichen, sollten Sie immer ein Auge darauf haben, keines der nationalen Fabelwesen zu erwischen.

Da Straßen aufgrund der Witterungsbedingungen mitunter sehr kurzfristig gesperrt werden müssen, sollten Sie sich vor der Fahrt immer über das Wetter und die aktuelle Verkehrslage informieren. Dazu gibt es gute isländische Websites und Apps, beispielsweise vedur.is für das Wetter oder road.is vom isländischen Straßenverkehrsamt. Sollte eine Straße gesperrt sein, sollten Sie sich unbedingt daran halten. Die Isländer können besser als Sie einschätzen, wann ein Weg befahrbar ist.

Die Website Guide to Iceland bietet weitere Informationen zum Autofahren in Island.