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„Kein Sightseeing, einfach treiben lassen“ – das war die Urlaubsdevise von CarDelMar-Mitarbeiter Henning Hoffmann (31). Zusammen mit seiner Freundin ist er im Mietwagen über Ravenna, Bologna und Parma nach Livorno gefahren, um von dort aus nach Korsika überzusetzen. Auf der Île de Beauté, der Insel der Schönheit, wie Korsika zu Recht genannt wird, hatten die beiden noch fünf Tage, an denen sie den ein oder anderen schönen Strand entdeckt haben und die einzigartige Landschaft auf sich wirken ließen. In unserem Blog berichtet Henning von seinen Urlaubserfahrungen und gibt wertvolle Tipps für alle, die Italien oder Korsika im Mietwagen ansteuern möchten. Dabei zeigt er: Auch wer nicht so viel Zeit zur Verfügung hat, kann viele schöne Orte kennenlernen und sich sogar gut entspannen.

Warst du schon öfter in Italien oder auf Korsika?

Henning: Das war mein erster Urlaub auf Korsika. In Italien war ich einmal mit 14 oder 15 zum Surfen am Lago Maggiore. Das war natürlich was ganz anderes. Jetzt war ich mit meiner Freundin dort und wir hatten insgesamt zehn Tage.

Wie habt ihr euch dort fortbewegt?

Henning: Wir hatten während des gesamten Zeitraums einen Mietwagen. Erst hatten wir eine Einwegmiete in Italien: Wir haben das Auto am Flughafen von Venedig, wo wir angekommen sind, abgeholt und haben es nach fünf Tagen in Livorno am Hafen abgegeben. Der Wagen war von Hertz Italien. Auf Korsika hatten wir einen Mietwagen von Avis, den wir an der Station Bastia City abgeholt haben. Diese Station ist direkt am Hafen gelegen. Zurückgegeben haben wir ihn am Flughafen Bastia.

Wie waren eure Erfahrungen mit der Einwegmiete? Sind dafür Gebühren angefallen?

Henning: Für die One Way Miete in Italien mussten wir eine Gebühr von 65 Euro zahlen. Das fand ich in Ordnung, wir haben Italien schließlich einmal komplett von Ost nach West durchfahren. Bei der Miete auf Korsika ist noch unklar, ob diese vom lokalen Autovermieter als Einwegmiete eingestuft wird und ob eventuell noch nachträglich Gebühren anfallen. Es waren ja nur zwei verschiedene Stationen innerhalb einer Stadt.

Wie zufrieden wart ihr ansonsten mit euren Mietwagen?

Henning: In Italien hatten wir einen kleinen Fiat 500C, der in einem Top-Zustand war und nur wenige Kilometer auf dem Tacho hatte. Wir hatten allerdings das Problem, dass der Wagen zwischendurch immer wieder nicht angesprungen ist, er hat einfach nicht gezündet. Irgendwann habe ich durch Ausprobieren rausgefunden, dass man den Gang rausmachen muss, damit er anspringt. Ich weiß nicht, ob das ein technischer Fehler war oder ob das bei diesem Fiat-Modell einfach so ist. Auf Korsika hatten wir einen nagelneuen Peugeot, der gerade mal zwölf Kilometer auf dem Tacho hatte. Der lief die ganze Zeit einwandfrei.

Wie findest du Italien als Mietwagen-Destinationen?

Henning: In Italien war die Straßenbeschaffenheit super. Vor allem die gebührenpflichtigen Straßen sind richtig gut ausgebaut. Wer mautpflichtige Straßen vermeiden möchte, kann sie mit Hilfe des Navis umgehen. Ansonsten werden je nach Strecke meist fünf bis sieben Euro fällig und auf der Strecke zwischen Livorno und Parma sogar 20 Euro. Das Mautsystem funktioniert so, dass man an der ersten Station, ein Ticket zieht und dann an der nächsten Station beziehungsweise beim Verlassen der gebührenpflichtigen Strecke zahlt. Wir konnten immer problemlos bar bezahlen, entweder an einem Kassenhäuschen oder am Automaten. Auffällig fand ich, dass zumindest in dieser Region auch auf Landstraßen extrem viele Motorrad- und Rollerfahrer unterwegs sind. Die eröffnen eine dritte Fahrspur in der Mitte, überholen rechts und links und schlängeln sich durch, auch wenn Fahrzeuge entgegenkommen. In den Städten sind natürlich auch viele unterwegs. Im Prinzip ist das kein Problem, wir haben uns schnell daran gewöhnt.

Wo wart ihr genau in Italien unterwegs und welche Orte habt gesehen?

Die erste Station der Mietwagenreise war das schöne Städtchen Ravenna.

Die erste Station der Mietwagenreise war das schöne Städtchen Ravenna.

Henning: Angekommen sind wir am Flughafen Venedig, wo wir auch das Auto abgeholt haben. Venedig haben wir allerdings nicht besucht. Unsere erste Station war Ravenna, wo wir in einem netten kleinen Hotel, und zwar dem Resort BikeOn waren. Wir hatten dort eine Einbauküche und haben uns an dem Tag selbst verpflegt. Da Ravenna nicht direkt an der Küste liegt, war es toll, dass wir vom Hotel kostenlos Mountainbikes bekommen haben. Von dort aus konnte man eine ausgeschilderte, etwa 15 Kilometer lange Strecke zum Strand radeln, die sehr idyllisch durch einen Wald führt. Letztendlich haben wir uns aber verfahren und sind dann doch mit dem Mietwagen an den Strand gefahren. Der Strand war sehr touristisch und voll mit Liegen. Am nächsten Tag ging es weiter Richtung Parma. Auf der Strecke haben wir einen kurzen Zwischenstopp in Bologna eingelegt. Dorf fanden wir es sehr schön, Bologna heißt nicht umsonst „Stadt der tausend Bögen“. Wir haben dort sogar unkompliziert einen Parkplatz gefunden, und zwar einen blau gekennzeichneten.

Was bedeutet die blaue Kennzeichnung?

Henning: In Italien sind die Straßenränder oft durch farbige Streifen markiert, die zeigen, ob man dort parken darf oder nicht. Eine blaue Markierung bedeutet, dass man sein Auto hier gegen Gebühr abstellen darf. In Bologna hatten wir allerdings Probleme, herauszufinden, wo die Box steht, an der man bezahlen kann. Die Boxen sind rot markiert und damit eigentlich recht auffällig. Ich habe mich bis zu der Box durchgefragt, die sich zwei Straßen weiter befand.

Welches war eure nächste Station?

Henning: Wir hatten ein Zimmer im Richiamo del Bosco, einer sehr geschmackvoll eingerichteten Landvilla in den Bergen in der Nähe von Parma gebucht. Von dort waren es mit dem Auto etwa 30 Minuten bis in die Stadt. Der Aufenthalt im Richiamo del Bosco war ein Kontrastprogramm zu dem Trubel in Bologna: Es war total ruhig, wir konnten super runterkommen und uns erholen. Es gab ein riesiges Wohnzimmer und eine große Küche. Obwohl wir nur Frühstück gebucht hatten, wurden wir bei unserer Ankunft mit Salami und Parmesan empfangen. Es war einfach super, dass wir dank unseres Mietwagens mobil waren – ansonsten hätten wir diese tolle Unterkunft gar nicht erreichen können. Zum Essen sind wir nach Parma gefahren. Unsere Gastgeber hatten uns ein Restaurant empfohlen, die Trattoria Corrieri zu dem wir uns durchgefragt haben. Dabei zeigte sich, dass es zumindest in dieser Gegend nicht ausreicht, nur Englisch zu sprechen. Trotz der Verständigungsschwierigkeiten waren aber alle, die wir ansprachen, total freundlich und einer war sogar so nett, uns zu dem Restaurant zu führen. Das Lokal ist eher rustikal, das Ambiente einfach und sehr angenehm. Das Essen dort ist wirklich toll, es gab zum Beispiel selbst gemachte Pasta. Alle, die noch nie in Italien waren, sollten wissen, dass in Italien üblicherweise ein Beitrag für das „coperto“, das Gedeck, berechnet wird.

Was habt ihr euch in Parma angeschaut und wie hat es euch dort gefallen?

Henning: Wir hatten uns in diesem Urlaub nicht vorgenommen, uns bestimmte Dinge anzuschauen. Statt Sightseeing zu betreiben, haben wir uns einfach treiben lassen. Parma hat uns total gut gefallen. Es hat alles so einen leicht abgenutzten Charme und war dabei sehr sauber, sowohl in Italien wie auch in Korsika. Parma ist eine absolute Studentenhochburg, was auch zum besonderen Flair der Stadt beiträgt. Die Universität ist eine der ältesten Italiens. Sie ist von einem riesigen Parkgelände umgeben.

Welches war Eure letzte Station in Italien?

Livorno war die letzte Station in Italien, bevor es mit der Fähre nach Korsika ging.

Livorno war die letzte Station in Italien, bevor es mit der Fähre nach Korsika ging.

Henning: Am fünften Tag sind wir nach Livorno gefahren. Wir haben dort mehr oder weniger nur den Mietwagen abgegeben und waren ansonsten hauptsächlich im Hotel und in dessen Umgebung. Wir hatten ein sehr nettes Zimmer direkt am Hafen, der durchaus seinen Reiz hatte und wo wir dann auch in einem Restaurant zu Abend gegessen haben.

Bastia Hafen Faehre

Mit der Fähre ging es anschließend in vier Stunden von Livorno nach Bastia.

Am nächsten Tag ging es frühmorgens mit der Fähre nach Korsika. Während der vierstündigen Überfahrt von Livorno nach Bastia hatten wir herrliches Wetter. Die Überfahrt war sehr nett, auch die Einfahrt in den Hafen.

Habt ihr auch mal einen Strafzettel wegen Falschparkens bekommen? Falls ja, wie habt ihr reagiert? Was rätst du Italien-Urlaubern, die einen Strafzettel erhalten?

Henning: Ja, wir hatten in Ravenna einmal falsch geparkt und dafür einen Strafzettel bekommen. Man muss dort wie in anderen Städten beim Parken total aufpassen: Nicht nur gibt es bestimmte Zonen, in denen geparkt werden darf. Oft gibt es hier auch zeitliche Beschränkungen. Wir hatten den Mietwagen auf einem Platz abgestellt, an dem man zwar parken darf, aber nur zu bestimmten Zeiten. Diese Einschränkung hatten wir übersehen und den Wagen zur falschen Zeit dort abgestellt. Dafür sollten wir 42 Euro zahlen. Wir dachten, dass wir das einfach über den lokalen Autovermieter regeln könnten. Bei der Rückgabe des Mietwagens habe ich daher die Hertz-Mitarbeiterin informiert. Sie meinte, ich solle den Strafzettel unbedingt selbst noch vor der Weiterfahrt nach Korsika bezahlen, und zwar auf dem Postamt. Das hatte bis 19 Uhr auf und es war schon nach 18 Uhr – wir waren gerade noch rechtzeitig da! Die Mitarbeiter dort wussten aber auch erstmal nicht weiter, da diese altmodische Art der Bezahlung anscheinend nicht mehr üblich ist. Letztlich konnten wir aber doch bezahlen, und hatten dabei noch Glück: Da wir unsere Strafe innerhalb von fünf Tagen beglichen haben, mussten wir nur 28 statt 42 Euro bezahlen.

Wo habt ihr euren Wagen im Hafen in Korsika in Empfang genommen?

Yachten sind am Hafen von St. Florin, dem 'St. Tropez von Korsika', absolut keine Seltenheit.

Yachten sind am Hafen von St. Florin, dem ‚St. Tropez von Korsika‘, absolut keine Seltenheit.

Henning: Wir haben ihn an der Station Bastia City abgeholt, die direkt am Hafen war. Wir waren heilfroh, dass wir uns nicht in einen der überfüllten Busse quetschen mussten, die die anderen Gäste in ihre Quartiere brachten. An der Mietwagenstation war nichts los, so dass wir unseren Wagen sofort bekamen. Vom Hafen aus waren wir dann in 20 oder 30 Minuten in St. Florin, wo unser Hotel war. St. Florin hat den Ruf, das ‚St. Tropez von Korsika‘ zu sein. Man sieht dort viele Yachten und viele französische Touristen. Auf Korsika waren wir übrigens Touristen unter anderen Touristen – im Gegensatz zu Italien, wo wir oft die einzigen Touris waren.

Was habt ihr während der fünf Tage auf Korsika unternommen?

Bei einer Fahrt um das Cap Corse hat man einen tollen Blick auf die beeindruckende Steilküste und das Meer.

Bei einer Fahrt um das Cap Corse hat man einen tollen Blick auf die beeindruckende Steilküste und das Meer.

Henning: Nachdem die Zeit in Italien verflogen war wie nix, haben wir uns zunächst zwei Tage lang nur im Ort, am Strand und im Hotel entspannt. Am dritten Tag haben wir im Hotel gefragt, wo man hinfahren kann und was sehenswert ist. Die Empfehlung lautete „Cap Corse“, weshalb wir einfach den übernächsten Ort am Cap Corse ins Navi eingegeben haben und losgefahren sind. Es war wirklich schön da, das Cap Corse bietet eine beeindruckende Steilküste und tolles Wasser. Besonders in am Strand von Albo hat es uns gut gefallen: Der Strand besteht aus schwarzen Kieseln, das Wasser war türkisblau. Im Dorf und am Strand war sehr wenig los, ich fand es einfach herrlich und die Zeit dort war für mich eines der Highlights in diesem Urlaub!

Was habt ihr euch sonst noch auf Korsika angeschaut?

Die Fahrt zum Strand von Ostriconi führt durch eine hügelige Landschaft mit vielen Kakteen.

Die Fahrt zum Strand von Ostriconi führt durch eine hügelige Landschaft mit vielen Kakteen.

Henning: Am nächsten Tag sind wir durchs Inland zum Strand von Ostriconi gefahren. Die Fahrt führte durch eine hügelige Landschaft mit vielen Kakteen. An den Strand zu kommen, erwies sich als ziemlich abenteuerlich: Vom Parkplatz aus musste man sich etwa 15 Minuten zu Fuß durch die Wildnis schlagen. Dabei musste man zunächst einen kleinen Fluss auf einer provisorischen Brücke überqueren, um später im selben Fluss durch hüfthohes Wasser zu waten. Abenteuerlustige kommen hier voll auf ihre Kosten!

Abseits von Touristenmassen lässt es sich am schönen Sandstrand von Ostriconi super entspannen!

Abseits von Touristenmassen lässt es sich am schönen Sandstrand von Ostriconi super entspannen!

Die Anstrengung lohnt sich, denn Ostriconi ist ein schöner Sandstrand mit tollem Wasser. Allerdings ist es auch nicht wirklich ein Geheimtipp. Es war allerdings nicht so touristisch wie am Strand in Ravenna, zum Beispiel gab es keine Hotels oder keine Strandliegen, die dicht an dicht standen. Nach unserem kleinen Abenteuer und dem Faulenzen am Strand waren wir hungrig und haben auf dem Rückweg auf halber Strecke bei einem Restaurant angehalten. Die Sonne ging gerade unter, das Restaurant war mitten in der Gebirgslandschaft gelegen und bot einen traumhaften Blick! Wir wurden sehr herzlich empfangen und haben dort wirklich super gegessen. Alles war selbst gemacht, bis hin zum Dessert: einem Apfelkuchen mit Äpfeln vom hauseigenen Apfelbaum. Das war ein schöner Abschluss für den letzten Urlaubstag mit Mietwagen.

Wie fandest du es, im Mietwagen auf Korsika unterwegs zu sein?

Korsika Cap Corse Straße

Umrunden Sie das Cap Corse auf den Serpentinenstraßen und genießen Sie die einmalige Aussicht!

Henning: Auf Korsika gibt es sehr viele Serpentinenstraßen. Zum Glück sind im Allgemeinen keine Raser unterwegs, so dass man entspannt fahren kann. Man muss einfach das Tempo an die kurvigen Straßen anpassen. Wer das Cap Corse im Uhrzeigersinn umrundet, sollte besonders aufpassen: Man fährt auf der rechten Straßenseite und das Meer und die ganzen Foto-Stops sind auf der linken Seite. Man sollte sich auf keinen Fall von der tollen Aussicht verleiten lassen und vor unübersichtlichen Kurven auf die andere Straßenseite übersetzen!

Zum Schluss noch eine Frage, die eher die leiblichen Genüsse betrifft. Wie fandest du es in kulinarischer Hinsicht, in Italien und auf Korsika unterwegs zu sein?

Henning: Wir haben in diesem Urlaub immer super gegessen. Ich finde es empfehlenswert, sich von Einheimischen Tipps geben zu lassen. So haben wir in Parma ein wunderbares Restaurant gefunden. Da wir dank unseres Mietwagens individuell mobil waren, haben wir auf dem Rückweg von Ostriconi zum Beispiel dieses tolle Lokal in den Bergen entdeckt.

Vielen Dank für das Interview!

Einmal quer durch Italien und ab auf die Insel – im Mietwagen von Venedig bis Korsika
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