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„Überall waren so viele Elefanten, dass man kaum noch wusste, wohin!“ schwärmt CarDelMar Online-Marketing-Mitarbeiterin Andrea von ihren Erlebnissen im Chobe Nationalpark. Drei Wochen lang war sie zusammen mit ihrem Freund mit dem Mietwagen in Namibia und Botswana unterwegs. In unserem Blog lässt sie uns an ihren Reiseerfahrungen teilhaben.

Im letzten Beitrag berichtete sie von ihren Erlebnissen in Namibia und gab allgemeine Tipps und Hinweise rund um den Mietwagenurlaub in den beiden südafrikanischen Ländern. Heute geht es um ihre Erlebnisse in Botswana, um die beeindruckende Tierwelt im Chobe Nationalpark und im Moremi Game Reserve, um das grandiose Naturschauspiel der Viktoriafälle und – zurück in Namibia – um die blühende Wüste Kalahari. Zudem gibt es Tipps für kulinarische Genüsse und allgemeine Infos zu beiden Ländern.

Wie verlief die Grenzüberquerung nach Botswana?

Andrea: Der Grenzüberstritt war erstaunlich bürokratisch. Wir wurden registriert, das Auto wurde registriert, es gab verschiedene Einreisefees und wir mussten eine Gebühr für die Straßennutzung zahlen.

Welche Orte habt ihr in Botswana als erstes angesteuert?

Botswana Victoria WasserfallAndrea: Wir waren erst an den Viktoriafällen und dann im Chobe Nationalpark. In dieser Zeit haben wir vier Nächte lang in einem Appartement in Kasane gewohnt. Der Besuch der Viktoriafälle war das einzige, was wir nicht auf eigene Faust machen wollten. Wir wollten keine weitere Grenzüberquerung, in dem Fall nach Simbabwe, in Kauf nehmen.

Es wird allgemein empfohlen, die Fälle von der Simbabwe-Seite aus zu besuchen, auch weil der Grenzübertritt dorthin einfacher sein soll als nach Sambia. Wir hatten einen Fahrer, der uns hingebracht und auf uns gewartet hat. Letztendlich war das günstiger und unkomplizierter, als die Tour auf eigene Faust zu machen. Die Grenzüberquerung ging schnell, auch weil die Grenzer die Fahrer kennen. Die Fahrt hat uns ca. 50 USD gekostet, dazu kamen dann noch einmal die Gebühren für die Grenzüberquerung.

Der Eintritt für die Viktoriafälle beträgt auf der Simbabwe-Seite 30 US-Dollar und für drei Dollar kann man sich einen Regenmantel ausleihen. Leider habe ich darauf verzichtet und war nach wenigen Minuten nass bis auf die Knochen – allein vom Sprühnebel. Ein Regenschutz ist wirklich sehr empfehlenswert! Wir waren bei Hochwasser dort und es kamen unendliche Wassermassen von den Felsen herunter. Gegenüber den Fällen kann man verschiedene angelegte Wege begehen. Von den Aussichtsplattformen bietet sich eine grandiose Sicht. Man kann die Viktoriafälle auch von der anderen Seite, also von Sambia aus besuchen – hier befindet sich der berühmte Devil‘s Pool, in dem man bei Niedrigwasser baden kann.

An dem Abend haben wir uns bei einer Okavango-Flussfahrt entspannt. Diese Dampferfahrt war zwar zum Tiere Beobachten nicht der Hit – dafür hatten wir aber einen wunderschönen Sonnenuntergang und konnten einen tollen Blick auf den Chobe Nationalpark genießen. Dorthin ging es dann am nächsten Tag.

Was habt ihr im Chobe erlebt und wie hat es euch dort gefallen?

Botswana Chobe ElefantenAndrea: Die Straßenverhältnisse sind schlechter als im Etosha Nationalpark. Daher kommt man, wenn man auf eigene Faust unterwegs ist, auch nur mit Vierradantrieb dort rein. Es gibt dort weniger Tourismus und alles ist lange nicht so gut organisiert wie im Etosha. Die Karte, die man bei der Einfahrt in den Chobe bekommt, ist beispielsweise ein Ausdruck, auf dem nur der ungefähre Verlauf der Straßen verzeichnet ist. Aber immerhin gibt es im Chobe noch Sandstraßen. Dieser Park wirkt viel natürlicher und ist wasserlastiger als der Etosha. Am Morgen haben wir Nilpferde beim Baden beobachtet. Die liegen fast den ganzen Tag im Wasser, weil der Schutzfilm auf ihrer Haut nicht länger als zwei Stunden in der direkten Sonne sein kann. Um die Nilpferde herum schwamm ein Riesenkrokodil.

Meist sieht man zuerst nur ein einzelnes Tier und dann eine ganze Herde – zum Beispiel Wasserbüffel oder Elefanten. Im Chobe haben wir so viele Elefanten gesehen, dass man schon gar nicht mehr wusste, wohin vor lauter Elefanten!

Wir haben uns für diesen Park zwei Tage Zeit genommen und können allen nur empfehlen, auch so viel Zeit einzuplanen. Dabei ist es gut, am ersten Tag den Park allgemein zu erkunden und am zweiten Tag dann bestimmte Orte gezielt anzusteuern.

Welches war eure letzte Station in Botswana?

Andrea: Von Kasane aus fuhren wir Richtung Maun, das ist eine relativ große Stadt, in der es mehrere Supermärkte gibt. Unser eigentliches Ziel war das Moremi Game Reserve. Wir haben in einer schönen Lodge in der Nähe von Maun übernachtet, von dort aus war es noch ca. eine Stunde Fahrt zum Moremi.

Wichtig für Besucher des Moremi-Parks: Die Lizenz zum Befahren des Parks mit dem Mietwagen gibt es im Tourist-Office in Maun. Wer also schon am Vorabend in Maun anreist, sollte hier einen kurzen Stopp einlegen. So kann man dann am nächsten Morgen früh in den Park aufbrechen.

Welche Erfahrungen habt ihr im Moremi gemacht und wie hat es euch dort gefallen?

Botswana Moremi SchlammlochAndrea: Im Moremi gab es keine Straßen mehr, nur noch Sandpisten. Wir wurden ganz schön durchgeschüttelt und manchmal fragten wir uns auch: „Oh, wo ist denn eigentlich die Straße?“ Hier kann man endgültig nur mit Vierradantrieb unterwegs sein. Einmal sind wir trotz Four-wheel-drive in einem Schlammloch stecken geblieben. Zum Glück waren wir auf einem der Hauptwege und es kam recht schnell ein Safari-Trailer vorbei. Alles war dann ganz easy: Er hat eine Kette geholt und uns rausgezogen.

Falls das nicht so glücklich ausgegangen und es zu einem Schaden am Auto gekommen wäre, bin ich nicht sicher, ob die Versicherung diesen reguliert hätte. Eventuell hätten wir die Kosten selbst tragen müssen, weil die Piste nicht wirklich befestigt war. Daher rate ich allen Mietwagen-Urlaubern, die das Moremi-Wildreservat auf eigene Faust entdecken möchten, zu überlegen, was sie sich zutrauen. Das Reservat ist wenig touristisch erschlossen, es gibt nur zwei Halteplätze und die Karte, die man für ca. 20 US-Dollar in Maun kaufen kann, ist nicht besonders gut. Gut fand ich dafür, dass es am Eingang eine Tafel gab, auf der Besucher eintragen konnten, wo sie welche Tiere gesehen hatten. Was das Naturerlebnis anbelangt, war das Moremi Game Reserve ganz großartig. Wir haben von Nahem eine Löwenmutter mit ihren Jungen gesehen.

Die spielten direkt vor unserem Auto auf der Piste. Hier gab es weniger Zebras, Giraffen oder Impalas, dafür umso mehr Wasserbüffel und Nilpferde. Im Moremi gibt es außerdem den Roten Letschwe, eine Antilopenart, die fast ausgestorben ist. Nach dem beeindruckenden, aber auch anstrengenden Besuch im Moremi-Wildreservat, haben wir uns noch einen Tag lang am Pool unserer Lodge entspannt. Es war auch mal schön, einen Tag nicht im Auto zu sitzen.

Über verschiedene Zwischenstopps ging es dann zurück nach Windhoek in Namibia.

Welchen dieser Zwischenstopps findest du besonders erwähnenswert?

Andrea: Wir waren noch in der Wüste Kalahari. Da es kurz zuvor geregnet hatte, blühte die Wüste! Die Anlage, in der wir waren, bot einen ungeführten Hike an, der uns viel Spaß gemacht hat. Nach den langen Autofahrten tat es gut, mal etwas zu laufen. Einzig die vielen Sandfliegen haben genervt. Weil es hier nur wenige Raubtiere gibt, die sich auch in der Regel von Menschen fernhalten, konnten wir relativ gefahrlos zu Fuß unterwegs sein. Die Antilopen wissen das übrigens auch, oft hatten wir in den Lodges vierbeinige Besucher, die die Nähe des Menschen als Schutz für sich genutzt haben.

In Windhoek haben wir am letzten Tag das Namibia Craft Centre besucht. Das fand ich sehr nett und kann es wärmstens empfehlen. Dort gibt es viele kleine Geschäfte oder Stände mit Kunsthandwerk wie Lederwaren, Schmuck, Körbe, Textilien oder Keramik. Man kann gut Souvenirs kaufen und zudem lecker essen. Der Besuch im Craft Center war ein schöner Ausklang unserer Reise.

Welches waren für dich die persönlichen Highlights der Namibia- und Botswana-Reise?

Botswana Moremi LöweAndrea: Der Chobe Nationalpark war für mich auf jeden Fall ein Highlight! Für mich bot er genau die richtige Mischung aus Natürlichkeit und guter Befahrbarkeit. Der Etosha war mir im Vergleich dazu schon fast etwas zu touristisch und das Moremi Game Reserve zum Befahren zu anstrengend. Außerdem fand ich die Namib Wüste beeindruckend, insbesondere die Sossusvlei mit den hohen roten Dünen. Und natürlich die Viktoriafälle!

Wie hast du die Kontakte zu Einheimischen erlebt?

Andrea: Total nett! Ich fand die Menschen alle sehr aufgeschlossen und freundlich. Wir hatten nur positive Erlebnisse. Viele haben gefragt, woher wir kommen. Oft wollen Menschen auch wissen, was bestimmte Redewendungen auf Deutsch heißen – zum Beispiel, wie man auf Deutsch „Hallo“ oder „Tschüss“ sagt. Dass Englisch eine der offiziellen Landessprachen ist und alle zumindest ein bisschen Englisch sprechen, machte die Verständigung sehr einfach. Man muss sich aber erst mal daran gewöhnen, dass alles sehr viel länger dauert als hierzulande. An der Supermarktkasse kann es 20 Minuten dauern, bis man drankommt, auch wenn nur zwei Leute vor einem sind.

Gibt es kulinarische Genüsse, die du Namibia- und Botswana-Reisenden empfehlen kannst?

Botswana Etosha OryxeAndrea: Wer gerne Fleisch ist, kommt voll auf seine Kosten. Hochwertiges Fleisch ist für unsere Verhältnisse sehr preiswert: Man bekommt beispielsweise 400g Rindersteak schon für umgerechnet 1,30 Euro. Außerdem empfiehlt es sich, auch mal Wild zu essen, zum Beispiel Oryx. Vegetarier müssen sich meist mit einem etwas eingeschränkteren Angebot begnügen – ganz oft gibt es Kürbis, Süßkartoffeln und Ananas.

Last but not least: Gibt es noch etwas, was du Individualreisenden für diese beiden Länder mit auf den Weg geben kannst?

Andrea: Ein Tipp für alle, die auf eigene Faust Wildtiere beobachten möchten: In den Parks kann man gut die Ranger fragen, wo welche Tiere gesichtet wurden und dann dorthin fahren. Und ansonsten gilt: etwas Geduld mitbringen! Wer einen solchen Urlaub plant, der sollte sich darüber im Klaren sein, dass man viel Zeit im Auto verbringen und sich eher weniger bewegen wird. Die grandiose Natur und Tierwelt lassen aber diese Einschränkung vergessen.

Danke für das Interview!

Namibia und Botswana – Interview mit Andrea aus dem CarDelMar-Team – Teil 2
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