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„Da würde ich auf jeden Fall wieder hinfahren“, schwärmt Diego Garay (33), der im September und Oktober drei Wochen Urlaub in Israel verbracht hat. Diego, der aus Peru kommt und bei CarDelMar als Teamleiter im Kundenservice arbeitet, hat schon viele Länder bereist. Die Israel-Reise, die er im September und Oktober dieses Jahres unternommen hat, zählt zu seinen persönlichen Highlights. Drei Wochen lang hat er die historisch und kulturell bedeutendsten Stätten des Landes besucht, Ausflüge ins Westjordanland und nach Jordanien unternommen und ausgiebig am Strand von Tel Aviv relaxt. In unserem Blog berichtet Diego von seinen Erfahrungen und gibt Tipps für alle Israel-Reisenden und insbesondere auch für Mietwagen-Urlauber.

Hattest du angesichts der politischen Situation im Vorfeld Deiner Reise Bedenken, nach Israel zu fahren und – wenn ja – wie hast Du darauf reagiert?

Diego: Ursprünglich war ich nicht besorgt. Ich komme aus Peru und bin wegen dem „Leuchtenden Pfad“ schon ein wenig mit Terrorismus betraut – daher hatte ich nicht wirklich Angst. Aber einige Kollegen waren etwas skeptisch und in den Medien hier wird immer wieder berichtet, wie schwierig die Situation sei. Daher habe ich vor meiner Reise das peruanische Konsulat angerufen und gefragt, was ich tun soll, falls die Lage kompliziert wird. Deutsche Urlauber informieren sich im Vorfeld einer Israel-Reise am besten auf der Homepage des Auswärtigen Amtes. Neben allgemeinen Infos finden Sie hier auch Reise- und Sicherheitshinweise sowie die Adressen deutscher Vertretungen. Letztendlich ist meine Reise völlig problemlos verlaufen. Mein Eindruck ist, dass das Bild, das von ausländischen Medien gezeichnet wird, anders ist als die tatsächliche Situation vor Ort. Schon das Ankommen am Flughafen in Tel Aviv fand ich angenehm, das Gebäude ist sehr schön, es herrscht eine ruhige Atmosphäre und man erfährt bereits hier viel über die Geschichte des Landes.

Was sollten Urlauber bei der Einreise beachten?

Diego: Nach der Landung muss man damit rechnen, dass man beim Zoll etwa 30 Minuten warten muss, manchmal auch länger. Alles wird sehr genau kontrolliert und möglicherweise werden einem viele Fragen gestellt – zum Beispiel, ob man eine terroristische Ausbildung absolviert hat. Wer gern reist, und vorhat, irgendwann zum Beispiel die Vereinigten Arabischen Emirate oder den Iran zu besuchen, der sollte sich bei der Einreise nach Israel keinen Stempel in seinen Pass geben lassen. Sonst kann es später bei der Einreise in bestimmte andere Länder schwierig werden. Die israelischen Behörden sind darauf eingestellt und man kann sich stattdessen auch ein Ticket geben lassen.

Was war dein allgemeiner Eindruck von Israel und der Atmosphäre dort?

Jeden Tag herrscht auf den Straßen von Jerusalem, wie hier nahe der legendären Klagemauer, reges Treiben.

Jeden Tag herrscht auf den Straßen von Jerusalem, wie hier nahe der legendären Klagemauer, reges Treiben.

Diego: Unterwegs in Israel fand ich alles sehr sauber und die Leute sind total nett. Ich wurde häufig angesprochen, oft auf Hebräisch. Alle können dort auch sehr gut Englisch. Insgesamt habe ich die Atmosphäre als sehr positiv wahrgenommen. Man sieht kaum Armut und es gibt wenig Kriminalität. Zum Beispiel konnte ich mein Handy offen rumliegen lassen, ohne Angst zu haben, dass es geklaut wird. Tel Aviv ist sehr westlich und modern, zum Beispiel können Schwule und Lesben dort offen leben. In Jerusalem herrscht eine ganz andere Atmosphäre und das Leben scheint anderen Traditionen und Regeln zu folgen. Hier sieht man zum Beispiel mehr Orthodoxe. Das Zusammenleben von Juden und Muslimen scheint zu funktionieren.

Wie findest du Israel als Mietwagendestination?

Diego: Die Infrastruktur ist sehr gut, die Straßen sind gut ausgebaut und gepflegt – insofern ist Israel für einen Mietwagenurlaub sehr geeignet. Die Beschilderung ist auf Englisch und Hebräisch. Auch wenn man viele Orte ebenso mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder im Taxi erreichen kann, ist man im Mietwagen viel flexibler. Eine Ausnahme ist die Altstadt von Jerusalem, in der Autos nicht erlaubt sind. Wer keinen israelischen Pass hat, sollte sich bei der Einreise am Flughafen einen B-2/3/4-Stempel in den Ausweis stempeln lassen. Ansonsten werden 17% Mehrwertsteuer für den Mietwagen fällig. Wer Ausflüge zum Beispiel in die palästinensischen Autonomiegebiete plant, sollte beachten, dass grenzüberschreitende Fahrten nicht erlaubt sind. Einwegmieten innerhalb Israels sind allerdings möglich. Bei unserem Partner Shlomo Sixt sind diese sogar kostenlos und bei Hertz auf Anfrage und gegen eine Gebühr möglich. Wichtig ist zudem, dass samstags wegen des Sabbats die Mietwagenstationen meist geschlossen sind. Eine Ausnahme sind Flughafenstationen, die im Allgemeinen täglich rund um die Uhr geöffnet sind. Alle Details zur jeweiligen Station finden sich bei jedem Mietwagen-Angebot unter „Stationsdetails“.

Wie hat Dir Tel Aviv gefallen und was ist für Dich das Besondere an dieser Stadt?

An den Stränden von Tel Aviv trifft sich Jung und Alt zum entspannten Sonnenbad oder einem erfrischenden Sprung ins kühle Nass.

An den Stränden von Tel Aviv trifft sich Jung und Alt zum entspannten Sonnenbad oder einem erfrischenden Sprung ins kühle Nass.

Diego: Das Hotel, in dem ich gewohnt habe, hat mir total gut gefallen: Im Artplus Hotel gibt es Werke von israelischen Künstlern, jedes Zimmer hat ein eigenes Design und das Haus hat eine schöne Dachterrasse mit Hängematten. An Tel Aviv mag ich besonders die Multikulti-Atmosphäre. Tel Aviv ist nicht so groß und trotzdem sehr kosmopolitisch. Die Leute dort feiern gerne Partys und es gibt viele Bars oder Diskotheken. Toll ist, dass die Stadt direkt am Meer liegt und man sich gut am Strand entspannen kann. Der Sand ist sehr fein und hell und man kann dort für vier Euro am Tag Liegestühle und einen Sonnenschirm für zwei Personen mieten – das ist viel günstiger als in Spanien. Schön ist auch, dass es in Strandnähe immer wieder überdachte Bereiche gibt, wo man Schatten findet oder auch Parks. Es gibt unterschiedliche Strände, zum Beispiel einen Strand für Orthodoxe oder einen für Lesben und Schwule. Das Publikum ist sehr gemischt: Neben typischen Strandbesuchern kommen auch Leute im Anzug und viele machen dort Picknick. Wenn man am Strand entlangläuft, erreicht man in nur 20 Minuten Jaffa, eine alte Stadt, die einen Besuch lohnt. Teile der Stadt sind muslimisch und haben ein ganz besonderes Flair. In Jaffa gibt es viele Parks, einer davon liegt etwas erhöht und bietet einen tollen Blick über Tel Aviv.

Was waren Deine Eindrücke von Jerusalem?

Die Altstadt Jerusalems – hier mit Blick auf den Felsendom – ist eine der geschichtsträchtigsten Orte der Welt und Treffpunkt der Weltreligionen.

Die Altstadt Jerusalems – hier mit Blick auf den Felsendom – ist eine der geschichtsträchtigsten Orte der Welt und Treffpunkt der Weltreligionen.

Diego: Jerusalem ist ein Muss für alle Israel-Reisenden – dort ist es einfach wunderschön! Ich empfehle einen Besuch im Holocaust-Museum. Man kann dort viel lernen, es lohnt sich wirklich, hinzugehen. Um die Stadt kennen zu lernen, habe ich mich einer Tour angeschlossen, von der ich in meinem Hostel erfahren hatte. Diese Touren werden täglich außer am Sabbat gratis von einer Gruppe junger Reiseleiter angeboten. Der Treffpunkt ist immer um 9.30 Uhr am Jaffator. In Jerusalem sieht man eine Mischung unterschiedlicher Kulturen: Es gibt zum Beispiel orthodoxe, armenische, äthiopische und muslimische Gegenden. Ich habe dort einen Araber gefragt, wie er sich als Einwohner Israels fühlt. Er sagte, gut, er habe Arbeit, die Kinder bekämen eine gute Schulbildung, für ihn sei die Haltung radikaler Muslime problematisch. Interessant fand ich auch die Via Dolorosa, auf der Jesus laut Überlieferung das Kreuz getragen hat.

 

Welche Orte hast du noch besucht?

Die Sonne geht über der Geburtsstadt Jesu Christi, Bethlehem im Westjordanland, auf.

Die Sonne geht über der Geburtsstadt Jesu Christi, Bethlehem im Westjordanland, auf.

Diego: Ich habe Ausflüge nach Bethlehem, dem Geburtsort Jesu und nach Jericho, ebenfalls eine biblische Stätte, gemacht. Bethlehem ist nur 30 Kilometer von Jerusalem entfernt und liegt im Westjordanland. Um dorthin zu gelangen, muss man einen Checkpoint passieren. Der, den ich passiert habe, war sehr klein und ich war schon nach einer Minute durch. Die Geburtskirche in Bethlehem zieht viele Pilger an. Die Architektur ist russisch-orthodox, und es gibt dort viele Ikonen zu sehen. Gleichzeitig mit uns waren vor allem viele russische Pilger dort. Es gab aber auch eine Gruppe von katholischen Afrikanern, die sehr farbenfroh gekleidet waren und gesungen haben. Es war schön, diese Gruppe live zu erleben. Außerdem war ich am Toten Meer, das von Tel Aviv aus in etwa vier Stunden zu erreichen ist. Das ist lustig, weil man dort nicht schwimmen muss, um sich über Wasser zu halten. Das Wasser ist so salzig, dass man einfach nicht untergeht. Die Wüstenlandschaft dort fand ich auch sehr beeindruckend. Ganz andere Eindrücke als Bethlehem oder Jericho bietet Eilat am Roten Meer. Die Stadt wirkt wie Las Vegas. Falls man die Zeit dafür hat, ist Eilat ein guter Ausgangspunkt für einen Ausflug nach Jordanien.

Hast Du Tipps für Urlauber, die von Israel aus einen Ausflug nach Jordanien unternehmen möchten?

Die Felsenstadt Petra in Jordanien, die inzwischen zu den „7 Neuen Weltwundern“ gehört, ist ein atemberaubendes Zeugnis vergangener Zeiten.

Die Felsenstadt Petra in Jordanien, die inzwischen zu den „7 Neuen Weltwundern“ gehört, ist ein atemberaubendes Zeugnis vergangener Zeiten.

Diego: Ich bin von Israel aus für zwei Tage nach Jordanien gefahren und habe dort die Felsenstadt Petra besichtigt, was eines der Highlights meiner Reise war. Ein Besuch in Petra lohnt sich wirklich, auch wenn er finanziell ziemlich zu Buche schlägt, da Jordanien teurer ist als Israel. Es ist nicht erlaubt, mit dem Mietwagen die Grenze zu überqueren. Am besten gibt man den Wagen in Eilat ab und mietet in Jordanien, und zwar in Aqaba, einen neuen Wagen an. Das ist gut machbar, da die Straße Richtung Petra sehr gut ausgebaut ist. Alternativ kann man an der Grenze auf ein Taxi umsteigen, das einen nach Petra bringt.

Auch die zweihöckrigen Zeitgenossen gönnen sich nach getaner Arbeit mal eine Pause.

Auch die zweihöckrigen Zeitgenossen gönnen sich nach getaner Arbeit mal eine Pause.

Die Aussicht während der Fahrt ist grandios – zunächst führt die Straße durch eine flache Sandlandschaft, steigt dann immer höher und bietet eine beeindruckende Sicht auf gigantische Felscanyons, die dem Grand Canyon in nichts nachstehen. Petra selbst ist einfach wunderschön. Es ist empfehlenswert, sich für rund 50 Euro einem Reiseleiter anzuschließen. Eine Tour durch die ganze Stadt dauert zu Fuß rund acht Stunden. Petra ist einfach riesig. Wer nicht die ganze Strecke zu Fuß gehen möchte kann auch ein Pferd oder einen Esel mieten. Autos sind in Petra nicht erlaubt. Egal auf welche Art man die Stadt erkundet: Man sollte auf jeden Fall genug Trinkwasser und eine Kopfbedeckung dabei haben. Die Architektur der Felsenstadt hat Ähnlichkeiten zur Bauweise antiker römischer Bauwerke. Gleichzeitig haben die Baumeister die natürliche Architektur der Steine genutzt. Manche der Felsen wirken zum Beispiel wie Elefanten, Löwen oder auch wie Menschen. Bei der Rückkehr nach Israel sollte man die Öffnungszeiten des Grenzübergangs beachten. Infos dazu finden sich auf dieser Webseite.

Gibt es noch etwas, das Israel-Urlauber sich auf keinen Fall entgehen lassen sollten?

Diego: Das Essen! Die Tomaten schmecken in Israel wirklich nach Tomaten und das Essen ist wirklich frisch. Es gibt viel Falafel und Hummus und alles ist koscher, auch bei McDonald’s. Besonders toll fand ich die israelischen Kekse – man sollte unbedingt welche probieren!

Zum Schluss hätten wir gern noch einen Mietwagen-Tipp: Fällt Dir noch etwas ein, worauf Mietwagenurlauber in Israel achten sollten?

Diego: Was den Fahrstil anbelangt, sollte man sich darauf einstellen, dass dieser lockerer ist als hierzulande. Die Leute fahren nicht ganz so vernünftig wie die Deutschen, sondern eher wie Südeuropäer.

 

Danke für das Interview!