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Anke Hartmann (25) verstärkt seit drei Monaten als Junior Sales Managerin das Team von CarDelMar. Als echte Weltenbummlerin hat sie neben längeren Aufenthalten in Schweden, Indien und den USA auch für ein Jahr in Kanada gelebt und dabei Land und Leute mit seinen vielfältigen Facetten kennengelernt. Im Interview erzählt sie uns von ihren Eindrücken, Erlebnissen und gibt viele nützliche Reisetipps für Ihren Kanada-Urlaub.
Achtung: Beim Durchlesen könnte Sie, genau wie uns, das Fernweh packen!

Wo genau hast du in Kanada gelebt und was war der Grund für deinen Aufenthalt?

Vancouver Island ist umgeben vom Pazifischen Ozean.

Vancouver Island ist umgeben vom Pazifischen Ozean.

Anke: Ich habe für sechs Monate in Victoria auf Vancouver Island in British Columbia gelebt, da mein Freund dort gearbeitet und gelebt hat. Danach habe ich zwei Monate mitten in den Rocky Mountains in Lake Louise in Alberta gelebt, weil ich auch mal etwas anderes vom schönen Kanada kennenlernen wollte. Die letzten vier Monate meines Aufenthaltes hat es mich, wegen eines tollen Jobangebotes, in das zwei Stunden entfernte Calgary verschlagen. Rückblickend freue ich mich sehr darüber, dass ich einen so vielseitigen Einblick in den kanadischen Alltag bekommen habe.

Was hat dir an den Regionen besonders gut gefallen?

Der Moraine Lake, in der Nähe von Lake Louise, ist für seine türkisblauen Farben bekannt.

Der Moraine Lake, in der Nähe von Lake Louise, ist für seine türkisblauen Farben bekannt.

Anke: Generell sind diese beiden kanadischen Provinzen die bekanntesten Touristenregionen und ich habe im Vorfeld viel über die natürliche Schönheit und die wunderschönen Landschaften gelesen. Die Besonderheit an Victoria ist Ihr britischer Charme und die unmittelbare Nähe zum Pazifischen Ozean, gerade für mich als Wasserratte. Wenn man hier ein bisschen Zeit mitbringt, lohnt sich eine Fahrt mit den Mietwagen an der „West Coast Road“, direkt an dem Pazifischen Ozean entlang.
Lake Louise ist ein kleines Dorf mit 1500 Einwohnern, 80 Grizzlybären und 60 Schwarzbären, wo nicht nur der bekannte Lake Louise liegt, sondern auch der Moraine Lake, der durch seine türkisblauen Farben bekannt ist.
Calgary ist die drittgrößte Stadt Kanadas und vor allem bekannt durch das Calgary Stampede, die größte Rodeo-Show der Welt, welche jedes Jahr im Juli stattfindet. Besonders gut haben mir hier die Kombination aus dem Leben in einer Großstadt in der Woche und die schnelle Anbindung zu den 80 km entfernten Rocky Mountains und der Natur am Wochenende gefallen. Bei der Fahrt von Calgary nach Lake Louise empfehle ich unbedingt den Bow Valley Parkway, statt dem Trans Canada Highway 1, da es auf dieser Strecke sehr viele atemberaubende Aussichtpunkte mitten in der Natur gibt.

Hast du dir auch andere Regionen in Kanada angeschaut?

Der West Coast Trail in Ucluelet führt Sie zu Wasserfällen und paradiesischen Stränden.

Der West Coast Trail in Ucluelet führt Sie zu Wasserfällen und paradiesischen Stränden.

Anke: Ja, aber sicher. Falls man die Möglichkeit hat, sollte man definitiv ein paar Tage auf der Insel „Vancouver Island“ einplanen um dort die Nationalparks, Wässerfälle und Strände zu erkunden. Mein persönliches Highlight: Der Wanderweg „West Coast Trail“ in Ucluelet.
Ich habe in meinem Jahr zwei größere Mietwagen-Touren durch Kanada geplant. Die erste Tour war von Harrison Hot Springs über Hope bis nach Okanagan Valley (Britisch Columbia) entlang dem traumhaften See „Okanagan Lake“ von Kelowna über Penticton bis nach Osooyos.
Meine zweite Tour ging durch die zwei Provinzen Alberta und Saskatchewan. Dort kann ich besonders den Jasper National Park, den Banff Nationalpark sowie den Wells Gray Provincial Park empfehlen. Die ausgebauten Wanderwege führen Sie direkt zu einmaligen Aussichtspunkten.

Was würdest du jemandem raten, der eine Reise nach Kanada plant?

Die kanadischen Winter werden sehr kalt. Nehmen Sie ausreichend warme Bekleidung mit!

Die kanadischen Winter werden sehr kalt. Nehmen Sie ausreichend warme Bekleidung mit!

Anke: Es ist sehr wichtig sich vorab über das Land zu informieren. Kanada ist ein sehr vielseitiges und weitläufiges Land und man sollte sich speziell mit der Reiseregion auseinandersetzen. In den Wintermonaten können es auch mal -30 Grad werden. Auch wenn sich diese trockene Kälte eher wie  -5 Grad in Deutschland anfühlen, sollte man die passende Winterkleidung einpacken. Zudem sind die Entfernungen zwischen einzelnen Ausflugszielen nicht zu unterschätzen. Man sollte sich bei der Planung einer zwei- bis dreiwöchigen Reise also nicht zu viel vornehmen, denn gerade dann verpasst man die eigentlichen Schätze des Landes: Die Natur mit Ihren einmaligen Ausblicken. Gerade mit einem Mietwagen sollte man sich über Verkehrsregeln und Parkbedingungen informieren. Sonst könnte es in Kanada ziemlich teuer werden. Es gibt viele Stoppschilder, keine rechts vor links Regelung und Falschparken kann schnell mal mit umgerechnet 50€ die Reisekasse unnötig belasten.

Wie ist das Preis-Leistungsverhältnis in Kanada, z.B. in Bezug auf Essen, Benzin, Unterkunft?

Anke: Die Lebensmittel in Kanada sind im Verhältnis teurer, gerade die Milchprodukte und vor allem Käse sind schon fast unbezahlbar und der Grund, warum Käse in meinem Jahr eher selten auf meiner Einkaufsliste stand. Geschockt haben mich die Preise für Toilettenpapier, Taschentücher und Küchenrollen. Wenn man da nicht gerade das dünnste benutzen möchte, kostet es auch schon mal 10 € für acht bis zwölf Rollen Toilettenpapier.
Das Benzin wird wie hier in Litern abgerechnet und ist verhältnismäßig günstig in Kanada, jedoch sehr regionsabhängig und im Sommer deutlich teurer als im Winter. Im letzten Winter lag der Preis sogar unter CAD 0,89 (0,65 €). In touristischen Hochburgen, wie Lake Louise ist es allerdings fast so teuer wie in Deutschland. Preise für die Unterkunft sind ebenfalls sehr regionsabhängig und in den Städten der südlichen Provinzen deutlich teurer.

Was ist für dich „typisch kanadisch“?

Anke: Der typische Kanadier hängt fast an jedem Satzende das Wort „eh“ an. Besonders sympathisch ist, dass Sie sich selbst darüber lustig machen, dass Sie kein Satz ohne „eh“ zu Ende bringen können. Außerdem fallen mir zwei sehr typische Erlebnisse ein, die die freundliche und unglaublich zuvorkommende Art der Kanadier wiederspiegelt. Typisch in Kanada ist es, wenn man sich bei dem Busfahrer bedankt, wenn man aussteigt, egal ob man hinten aussteigt und ob 50 Andere mit dir aussteigen. Der typische Kanadier entschuldigt sich in der Regel für alles, auch wenn es ganz offensichtlich nicht sein Fehler war. Als ich aus Versehen bei einem Gedrängel in einer Bar einen Kanadier angestoßen habe, hat dieser sich sofort entschuldigt und mir ein Getränk spendiert. Und das ist kein Einzelfall, das hört man immer wieder von Kanadareisenden.

Gibt es Dinge auf die Kanada-Reisende unbedingt aufpassen sollten?

Auge in Auge mit einem kanadischen Schwarzbären. Zum Glück befand sich Anke in ihrem Auto in Sicherheit.

Auge in Auge mit einem kanadischen Schwarzbären. Zum Glück befand sich Anke in ihrem Auto in Sicherheit.

Anke: Sollten Kanadareisende in Nationalparks oder in ähnlichen Naturgebieten anhalten, sollten sie sich vor Wildtieren in Acht nehmen, vor allem vor Grizzlybären, Schwarzbären und Elchen. In bestimmten Gegenden leben sehr viele davon, daher ist es wichtig, dass man beim Picknick, im Zelt oder im Auto keine Essensreste liegen lässt. Dafür bitte die speziellen, bärengesicherten Müllcontainer benutzen. Außerdem ist es wichtig, sich vorab über Verhaltensregeln im Falle einer Bärenbegegnung zu informieren.
Bei weiteren Strecken in einem Mietwagen, kann ich nur empfehlen die ausgeschriebenen Aussichtspunkte und die Tourist-Informationen anzufahren. Dort kann man sich schnell einen kleinen Überblick über die Sehenswürdigkeiten in der Umgebung verschaffen. Es lohnt sich wirklich immer!

Welche Orte Kanadas möchtest du noch entdecken?

Die kanadische Metropole Montreal steht bei einem nächsten Kanadabesuch ganz oben auf Ankes Liste.

Die kanadische Metropole Montreal steht bei einem nächsten Kanadabesuch ganz oben auf Ankes Liste.

Anke: Da ich bereits in Toronto und bei den Niagarafällen gewesen bin, gibt es abgesehen von den 1000 anderen Orten, zwei die ich ganz besonders sehen möchte. Ort Nummer eins ist die Millionenstadt Montreal an der Ostküste Kanadas. Ort Nummer zwei ist der Wasserfall „Kinuseo Falls“ im Monkman Provincial Park bei Tumbler Ridge in British Columbia. Diesen Tipp habe ich von einem anderen Kanada-Insider bekommen.