Malaysia – Interview mit Südostasien-Expertin Josephine Huth

Malaysia – Interview mit Südostasien-Expertin Josephine Huth

Malaysia – Interview mit Südostasien-Expertin Josephine Huth
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Eine einzigartige Vielfalt kultureller Sehenswürdigkeiten, eine Mischung verschiedenster Traditionen und Religionen, historische Orte, die einen Besuch lohnen, Dschungellandschaften, Traumstrände, Teeplantagen, die hochmoderne Metropole Kuala Lumpur – das alles finden Reisende in Malaysia. Wir freuen uns, dass dieses faszinierende Land ab sofort unser Portfolio bereichert und wir dort in Zusammenarbeit mit unserem Partner Hawk Malaysia günstige Mietwagen anbieten. Die südostasiatische Destination verfügt über eine gute Infrastruktur – es bietet sich daher an, sie auf eigene Faust im Mietwagen zu entdecken. Südostasien-Expertin Josephine Huth, ausgebildete Reiseverkehrskauffrau und bei dem CarDelMar Agenturpartner a&e erlebnis:reisen tätig, berichtet in unserem Blog von ihren Reiseerfahrungen in Malaysia und gibt wertvolle Tipps speziell für Mietwagenurlauber.

Wann warst du in Malaysia und wo warst du dort überall unterwegs?

Josephine: Ich war 2008 auf der Halbinsel Malaysia und in Singapur. Des Weiteren bin ich auf Borneo über Land von Sarawak über das Sultanat Brunei nach Sabah gereist. Insgesamt waren es dann drei Monate in Malaysia, obwohl wir ursprünglich geplant hatten, in nur zwei Wochen von Singapur nach Thailand zu reisen. Es hat uns einfach so gut gefallen, dass wir geblieben sind! Das ist der große Luxus einer langen Reise!

Wie hast du dich dort fortbewegt?

Josephine: Meist waren wir mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs, mit Bussen und Minivans. In Sabah auf Borneo hatten wir auch für ein paar Tage einen Mietwagen.

Wie findest du Malaysia als Mietwagen-Destination?

Josephine: Malaysia bietet sich aufgrund seiner sehr guten Infrastruktur sehr gut für eine Selbstfahrer-Reise mit dem Mietwagen an: Die Straßen sind gut bis sehr gut ausgebaut, die klassischen Touristenorte sind alle sehr gut angebunden und die Straßen von guter Qualität. Etwas schwieriger kann es werden, wenn man zum Beispiel einen Homestay besucht, der abseits der ausgebauten Straßen liegt. Hier hilft dann neben dem Navigationsgerät meist einfach das „Fragen nach dem Weg“. Die Malaien fahren insgesamt eher zurückhaltend. In Malaysia herrscht Linksverkehr. Zum Teil gibt es mautpflichtige Straßen, die Gebühren werden in der Regel an der Ausfahrt gezahlt. Das Mindestalter für Mietwagen-Fahrer ist 21. Anmerkung von CarDelMar: Hier kann es vermieterabhängig unterschiedliche Regelungen geben. Bei unserem Mietwagen-Partner Hawk liegt das Mindestalter sogar bei 23 Jahren und der Fahrer muss seit mindestens zwei Jahren im Besitz seines Führerscheins sein.

In welcher Sprache ist die Beschilderung und gibt es dabei Besonderheiten?

Josephine: Die Sprache in Malaysia ist das Bahasa Malaysia. 1972 wurde nämlich ein einheitliches lateinisches Schriftsystem geschaffen. Malaysia hatte bis dahin arabische Schriftzeichen benutzt. Somit kann man lesen, was auf den Schildern steht und sich gut orientieren. Ein kleines Beispiel: Ekspres Bas oder Teksi Kaunter. Die Verkehrsregeln sind den unseren weitestgehend gleich. Das Stoppschild ist achteckig, und Stopp heißt auf Bahasa „Berhenti“.

Welches ist die beste Reisezeit?

Josephine: Malaysia ist bestimmt vom Monsunregen. In West-Malaysia (Festland) regnet es in der Regel in den Monaten April/Mai und September/Oktober. Zwischenzeitliche Regenschauer sind eher kurz und erfrischend. Ost-Malaysia (Festland) ist hingegen von Mitte Oktober bis Mitte Februar aufgrund der starken Regenfälle nicht zu empfehlen. Die beste Reisezeit für Gesamt-Malaysia ist dennoch ganzjährig.

Welche Mietwagen-Touren kannst du in Malaysia besonders empfehlen?

In den traditionellen Dörfern haben Sie heutzutage noch die Möglichkeit die Kunst des Drachenbauens zu erlernen.

In den traditionellen Dörfern haben Sie heutzutage noch die Möglichkeit die Kunst des Drachenbauens zu erlernen.

Josephine: Meine TOP-Tour ist die Umrundung der malaiischen Halbinsel. Das kann man gut in drei bis vier Wochen machen. Die Tour gibt einen umfassenden Einblick: Sie beinhaltet die klassischen Highlights, aber auch zum Beispiel den traditionellsten Bundesstaat Kelantan mit seiner Hauptstadt Kota Bharu. Hier kann man noch alte Traditionen wie das Drachenbauen und Batiken erleben. Des Weiteren gibt es auch Homestay-Programme in der Region.
Diese Tour kann mit einem Inselbesuch perfekt abgerundet werden oder sie kann in Singapur enden. Aber Achtung, man darf den Mietwagen nicht nach Singapur mitnehmen! Wer Malaysia im Rahmen dieser Tour entdecken möchte, benötigt den Mietwagen von Kuala Lumpur bis nach Mersing, von wo aus man dann auf die Insel Tioman übersetzen kann.
Empfehlenswert ist auch eine Tour an der Westküste Malaysias. Hier bietet sich eine tolle Kombination mit folgenden Stationen an: Hinflug nach Singapur, Überlandfahrt nach Melakka, Kuala Lumpur, Taman Negara Nationalpark, Cameron Highlands, Pangkor Island, Penang, mit der Fähre zum Badeanschluss auf Langkawi, Rückflug ab Langkawi. Wer diese Tour machen möchte, bucht den Mietwagen von Kuala Lumpur bis Penang.

Welche Orte und Landschaften sollte man unbedingt gesehen haben?

In den atemberaubenden Cameron Highlands in Malaysia werden neben Tee auch noch Erdbeeren und Spargel angebaut.

In den atemberaubenden Cameron Highlands in Malaysia werden neben Tee auch noch Erdbeeren und Spargel angebaut.

Josephine: Kuala Lumpur besticht durch seine Wolkenkratzer und hochmodernen Einkaufszentren und auf der anderen Seite durch die umliegenden, angrenzenden Kampungs (Dörfer), die man auf langen Spaziergängen erlaufen kann. Im Hintergrund ist immer die Skyline mit den unverwechselbaren Petronas Towers zu sehen.
Taman Negara ist ein wunderschönes 130 Millionen altes Regenwaldgebiet mit unglaublicher Artenvielfalt. Auf (Nacht-) Wanderungen und Bootstouren kann man den Park geführt und selbständig entdecken. Außer ein paar Orang Asli Siedlungen ist das Gebiet von Menschen unbewohnt. Orang ist das malaiische Wort für “Mensch” und “Asli” bedeutet “ursprünglich”. Es gibt touristische Projekte im Park, die allein von den Orang Aslis gesteuert und ausgeführt werden. Eine besonders tolle Anreise für Boots-/Flussliebhaber ist die circa dreistündige Bootstour auf dem Longtail Boot von Kuala Tembeling nach Kuala Tahan, direkt in den Taman Negara Nationalpark.
Cameron Highlands ist das Tee-Anbaugebiet in Malaysia. Aufgrund der Höhenlage findet man hier ein angenehmeres Klima und es gedeihen auch Erdbeeren und Spargel. Das Highlight ist aber die Besichtigung einer Tee-Plantage, die man im Rahmen einer fachkundigen Führung erklärt bekommt und im Anschluss das Tässchen Tee mit Ausblick auf die geschwungenen Teehügel.
Georgetown auf der Insel Penang ist ein toller Ort, den man wunderbar zu Fuß erkunden kann.
Des Weiteren empfehle ich immer, einen Malaysia-Aufenthalt mit einem Badeanschluss auf einer Insel, wie zum Beispiel Langkawi, Perhentians, Redang oder Tioman abzuschließen.

Was macht aus deiner Sicht das Besondere von Malaysia im Vergleich zu anderen beliebten Reisezielen in Asien aus?

In Malaysia können Sie fernab vom Massentourismus wunderbar am Strand entspannen!

In Malaysia können Sie fernab vom Massentourismus wunderbar am Strand entspannen!

Josephine: Das Besondere ist meiner Meinung nach, dass der Massentourismus, wie man ihn beispielsweise aus Thailand und Kambodscha kennt, hier noch nicht eingezogen ist. Es ist ein muslimisches Land, es wird also (außer in Hotels) kaum Alkohol ausgeschenkt, was eher „ruhigere“ Touristen anzieht.

Gibt es bestimmte Speisen oder landestypische Feste und Traditionen, die Malaysia-Reisende unbedingt kennenlernen sollten?

Josephine: Das Nationalgericht ist Nasi Lemak, da kommt kein Tourist drum herum. Eine Besonderheit stellt die Nyonya Küche dar, die aus der chinesischen und malayischen Küche entstanden ist. Lecker ist hier zum Beispiel Perut Ikan, ein Fisch-Eintopf den es auf der Insel Penang gibt, oder Asam Laksa, eine Suppe mit weißen Nudeln, Fisch, Zwiebeln und Ananas.
Auf gar keinen Fall sollte man sich das Sepaktakraw-Spiel entgehen lassen, wenn man es einmal zufällig entdeckt, lohnt sich ein Stopp, um den fantastischen Akrobaten zu zusehen. Bei dem Sepaktakraw wird ein aus Rattan geflochtener Ball, der einen Durchmesser von circa 15 Zentimetern hat, mit den Füßen über ein Badmintonnetz hin- und her gespielt. Die Hände dürfen dabei nicht benutzt werden. Das Spiel erfordert fast schon artistisches Können und es hat mich total begeistert, mit welchen Saltos, Scherenschlägen, Fallrückziehern und anderen spektakulären Sprüngen der Ball in einer irren Geschwindigkeit von bis zu 140 Kilometern pro Stunde (!!) hin- und her gespielt wird.

Zum Schluss hätten wir noch gern einen Expertentipp von dir: Gibt es etwas, das du Malaysia-Reisenden ganz besonders ans Herz legen möchtest?

Josephine: Ich empfehle all meinen Gästen immer, die Augen offen zu halten und jede Möglichkeit der „Begegnung“ wahrzunehmen. Die Malaien sind sehr herzliche und aufgeschlossene Menschen. Ein Gespräch und vielleicht ein gemeinsames Essen verbindet und baut Brücken. Ich war immer wieder sehr erstaunt und begeistert, wie „nah“ ich mich den Menschen fühlte, trotz eines mir so fremden Kulturkreises.

Vielen Dank für das Interview!

Fotos:
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