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Viele Urlauber kennen Thailand nur als Strandparadies und die Hauptstadt Bangkok als hektische Metropole. Lassen Sie sich heute von uns auf die andere Seite Thailands entführen, in das „Land der tausend Tempel“. Wobei tausend Tempel noch eine Untertreibung ist. Thailand besitzt weit mehr als 25.000 Tempel, die sich über das ganze Königreich verteilen. Etwa 95 Prozent der thailändischen Bevölkerung bekennen sich zudem zur buddhistischen Religion. Im Folgenden stellen wir einige der wichtigsten Tempel in Thailand sowie den sehenswerten Geschichtspark von Sukhothai vor.

In Thailand gibt es etwa hundert Tempel, die in historischer Beziehung zur Königsfamilie stehen und deswegen in die Kategorien Königlicher Tempel Erster, Zweiter, Dritter und Sonderklasse eingeteilt sind. Sie genießen besondere Wertschätzung. Die Tempelanlagen (Wat) sind dabei meistens nach dem gleichen Muster aufgebaut. Sie bestehen aus einem Versammlungsraum für Laien und Mönche (Viharn), einem glockenförmigen, spitz zulaufendem Bau in der Mitte der Anlage (Chedi), der Bibliothek (Hor Trai), dem Glockenturm (Hor Rakhang) und dem heiligen Zeremonienraum für Mönche (Ubosot). Das Tempelgelände ist für gewöhnlich von einer Mauer umzogen.

Sehenswerte Tempelanlagen in und um Bangkok

Wat Phra Kaeo genießt als einzige Tempelanlage den Status „Königlicher Tempel der Sonderklasse“.

Wat Phra Kaeo genießt als einzige Tempelanlage den Status „Königlicher Tempel der Sonderklasse“.

In der Hauptstadt Bangkok befindet sich der atemberaubende Wat Phra Kaeo, der wörtlich übersetzt „Tempel des Smaragd-Buddha“ heißt. Er ist der wichtigste Tempel des Landes, da er zum Palastgelände des thailändischen Königs gehört und genießt deswegen als einziger den Status „Königlicher Tempel der Sonderklasse“. Der zu besichtigende Smaragd-Buddha ist eine etwa 66 Zentimeter hohe Buddha-Statue aus Jade. Es gibt schöne Wandmalereien und verschiedene weitere Buddha-Statuen auf dem weiträumigen Gelände zu sehen. Schon aus der Ferne erheben sich der goldene Chedi und die reich verzierten Dächer der Gebäude.

Die Kombination aus Marmor, Gold und typischen Baumaterialien Thailands machen den Wat Benchamabophit zu einem Augenschmaus.

Die Kombination aus Marmor, Gold und typischen Baumaterialien Thailands machen den Wat Benchamabophit zu einem Augenschmaus.

Der Wat Benchamabophit wird umgangssprachlich auch Marmortempel genannt. Der Grund ist der umfangreiche Einsatz von weißem Carrara-Marmor aus Italien. Wat Benchamabophit befindet sich im Bangkoker Bezirk Dusit im Norden der Stadt und östlich des Chao Phraya Flusses. Die Anlage wurde von König Chulalongkorn zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert in Auftrag gegeben. Das Tempelgelände befindet sich in der Nähe des Königlichen Dusit-Palastes. Insbesondere der Zeremonienraum beeindruckt bei Betreten der Anlage.

Direkt am Fluss Chao Phraya findet man den geschichtsträchtigen Wat Arun.

Direkt am Fluss Chao Phraya findet man den geschichtsträchtigen Wat Arun.

Ein weiterer Tempel Bangkoks, der in seiner Architektur andersartig ist, da turmähnlich und nach Vorbildern des alten Khmer-Reiches gebaut, ist der Wat Arun (Königlicher Tempel Erster Klasse) – der Tempel der Morgenröte. Nach der hinduistischen Gottheit Aruna (Gott der Morgenröte) benannt, wirkt er (trotz seines Namens) in den Abendstunden besonders prächtig, wenn er sich gegen die untergehende Sonne am Himmel Bangkoks hervorhebt. Eine Besonderheit sind auch die Millionen Porzellanstückchen, Muscheln und Glasscheiben, die den Tempel überziehen und zu Blumenmuster arrangiert sind. Der Wat Arun liegt direkt am Fluss Chao Phraya auf der westlichen Seite. Er lässt sich mit dem Auto und auch mit dem Boot erreichen.

Die turmähnlichen Prang des Wat Phra Si Rattana Mahathat strotzen seit Jahrhunderten der Witterung.

Die turmähnlichen Prang des Wat Phra Si Rattana Mahathat strotzen seit Jahrhunderten der Witterung.

Der Wat Phra Si Rattana Mahathat (Königlicher Tempel Erster Klasse) liegt in der Provinzhauptstadt Phitsanulok im Norden von Thailand. Diese Tempelanlage ist landesweit wegen des wunderschönen Buddha-Bildnis, des Phra Phuttha Chinnarat, bekannt. Das Abbild des Buddhas stammt vom Ende des vierzehnten Jahrhunderts und repräsentiert den klassischen Sukhothai-Stil. Die Statue gilt als eine der schönsten in Thailand. Außerdem ist das zentrale turmähnliche Gebäude (der sogenannte Prang) im Khmer-Stil sehr sehenswert. Die Tempelanlage befindet sich zirka eineinhalb Autostunden von Bangkok entfernt.

Der Chedi des Wat Phra Pathom ist mit 127 Metern der höchste der Welt.

Der Chedi des Wat Phra Pathom ist mit 127 Metern der höchste der Welt.

Der Chedi von Wat Phra Pathom (Königlicher Tempel Erster Klasse) lässt sich schon von weitem gut erkennen. Der massive, gen Himmel ragende Bau ist immerhin der höchste weltweit und misst beeindruckende 127 Meter. Der heutige Chedi wurde von König Mongkut, dem vierten König der Chakri-Dynastie, Mitte des neunzehnten Jahrhunderts erbaut. Archäologische Funde deuten aber auf eine Historie hin, die bis in das vierte Jahrhundert zurückreicht. Die Tempelanlage befindet sich in der thailändischen Stadt Nakhon Pathom, die etwa fünfzig Kilometer westlich von Bangkok liegt und schnell mit dem Mietwagen erreichbar ist.

Ein Ausflug nach Pattaya lässt sich sehr gut mit dem Besuch einer Tempelanlage verbinden

Sein indischer Baustil und die üppige tropische Vegetation um ihn herum charakterisieren den Wat Yansangwararam.

Sein indischer Baustil und die üppige tropische Vegetation um ihn herum charakterisieren den Wat Yansangwararam.

Der Wat Yansangwararam (Königlicher Tempel Erster Klasse) befindet sich etwa 20 Kilometer südlich von der Ferienhochburg Pattaya und ist über die Sukhumvit-Fernstraße sehr gut zu erreichen. Der Wat ist im indischen Stil errichtet. Auf dem weitläufigen Tempelgelände befinden sich auch Schreine im chinesischen und japanischen Stil sowie sogar ein Schweizer Chalet, eine Schule und ein Krankenhaus. Das gesamte Gelände ist von Flüssen und Teichen durchzogen und ebenso reich an tropischer Vegetation. Eine weitere Sehenswürdigkeit, unweit von der Tempelanlage entfernt, ist das in einen Felsen eingelaserte, vergoldete und 130 Meter hohe Bildnis eines sitzenden Buddhas. Es wurde zu Ehren des heutigen Königs von Thailand, Bhumibol Adulyadej, dem neunten König der Chakri-Dynastie, errichtet.

Sehenswerte Tempel in und um Chiang Mai

Im nordthailändischen Chiang Mai finden Sie den jahrhundertealten Wat Phra Singh.

Im nordthailändischen Chiang Mai finden Sie den jahrhundertealten Wat Phra Singh.

Der Wat Phra Singh (Königlicher Tempel Erster Klasse) ist ein Tempel in der nordthailändischen Stadt Chiang Mai. Er befindet sich westlich der Altstadt. Die Fahrt mit dem Mietwagen hierher lohnt sich insbesondere, weil sich auf der schönen Tempelanlage Gebäude aus der Mitte des vierzehnten Jahrhunderts befinden. Hauptattraktion ist die Versammlungshalle, die im Jahre 1345 erbaut wurde und den klassischen Baustil des früheren Lanna-Königreiches beispielhaft zeigt. Im Inneren des Gebäudes befinden sich eine wertvolle Statue sowie faszinierende Wandmalereien. Weitere Gebäude aus der gleichen Zeit sind die Bibliothek und der glockenförmige Chedi.

Eindrucksvolle Figuren, wie hier am Wat Phra That Hariphunchai, findet man bei vielen thailändischen Tempeln vor.

Eindrucksvolle Figuren, wie hier am Wat Phra That Hariphunchai, findet man bei vielen thailändischen Tempeln vor.

Der Wat Phra That Hariphunchai (Königlicher Tempel Erster Klasse) befindet sich direkt im Zentrum der nordthailändischen Stadt Lamphun. Am besten erreichen Sie die Anlage von Chiang Mai aus mit einem Mietwagen. Sie befindet sich etwa dreißig Kilometer nördlich von Lamphun. Auf dem Gelände befinden sich Gebäude, die aus dem fünfzehnten Jahrhundert stammen. Vor allem der 46 Meter hohe Chedi und die an dessen Ecken und Spitze angebrachten Zeremonienschirme sind sehr sehenswert.

Der aus purem Gold bestehende Chedi des Wat Phra That Doi Suthep ist ein beeindruckender Anblick.

Der aus purem Gold bestehende Chedi des Wat Phra That Doi Suthep ist ein beeindruckender Anblick.

Der Wat Phra That Doi Suthep ist trotz seiner enormen Bekanntheit nur ein „Königlicher Tempel Zweiter Klasse“. Vor allem wird er wegen des vergoldeten, achteckigen Chedi besucht. Gleichzeitig hat man aber auch eine wunderbare Aussicht auf die Stadt Chiang Mai, denn die Tempelanlage befindet sich an den Hängen des Berges Doi Suthep in 1676 Meter Höhe und fünfzehn Kilometer westlich von Chiang Mai. Ihr Fahrzeug können Sie auf einem Parkplatz unterhalb des Tempels abstellen. Die Anlage lässt sich dann über eine lange, über dreihundert Stufen zählende Treppe erreichen, deren Geländer mit Schlangenwesen, sogenannten Nagas, verziert sind. Alternativ kann gegen eine geringe Gebühr ein inzwischen installierter Fahrstuhl genutzt werden.

Die alten Tempelruinen im Geschichtspark von Sukhothai

Das Denkmal zu Ehren von König Ramkhamhaeng ist nur eines von vielen Highlights im Geschichtspark Sukhothai.

Das Denkmal zu Ehren von König Ramkhamhaeng ist nur eines von vielen Highlights im Geschichtspark Sukhothai.

Der Geschichtspark von Sukhothai umfasst die alten Ruinen von Sukhothai, der Hauptstadt des Sukhothai-Königreiches im 13. und 14. Jahrhundert. Er befindet sich in der heutigen Nordregion von Thailand und ist etwa 2 x 1,6 Kilometer groß. Neben den vielen alten Tempelruinen und Buddha-Statuen, die im Original erhalten sind, ist vor allem das Denkmal für König Ramkhamhaeng direkt im Zentrum des Parks sowie der königliche Palast etwas weiter südlich des Denkmales sehr zu empfehlen. Der ehemalige thailändische König regierte Ende des dreizehnten Jahrhunderts und expandierte sein Reich durch geschickte Diplomatie um ein Vielfaches. Er hatte großen Einfluss auf die thailändische Kultur, vor allem bei der Entwicklung der heutigen thailändischen Schrift und der Vereinheitlichung des Buddhismus. Der atmosphärische Park befindet sich etwa vier Autostunden südlich von Chiang Mai. Von Bangkok aus sind es fünf Stunden.

Bildquellen:

Bild „Wat Yansangwararam“: ©Rhombur – Fotolia.com
Bild „Sukhothai Ramkhamhaeng“: ©Jule_Berlin – Fotolia.com

Thailand – das Land der tausend Tempel
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